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Patrick Zwerger
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Cargolux sucht nach einem 747-400-Nachfolger

A350F in der Auswahl Cargolux sucht nach einem 747-400-Nachfolger

Airbus umwirbt Cargolux. Die Frachtairline zeigte zuletzt Interesse an der A350F – als Ersatz für die Boeing 747-400F.

Airbus will mit einem Frachter auf Basis der A350-1000 die letzte Boeing-Domäne brechen. "Wir sind im Markt für Großraum-Frachter bisher kaum vertreten", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury im Sommer. "Das ist fast exklusiv ein Feld von Boeing." Inzwischen nimmt Airbus erste Bestellungen für die 2025 erwartete A350F entgegen – die Leasingfirma ALC hat dieser Tage für sieben A350F, die Reederei CMA CGM für vier Exemplare unterschrieben.

Auf Testflug mit der A350

Auch mit der Frachtairline Cargolux steht Airbus in Kontakt. Eine Delegation von Cargolux hatte sich nach Medieninformationen Ende Oktober bei Airbus in Toulouse über die A350F informiert. Zum Gastprogramm gehörte ein kurzer Testflug mit einer A350-1000. Die Luxemburger halten sich allerdings noch bedeckt. "Cargolux prüft derzeit verschiedene Flugzeuge, um alternde 747-400F zu ersetzen", sagte eine Cargolux-Sprecherin unserem Partnerportal aero.de. "Eine Entscheidung über die künftige Flotte ist noch nicht gefallen."

ALC hat als erster Kunde eine Absichtserklärung für die Beschaffung des A350F-Frachters unterschrieben.
Airbus
Auf der Dubai Airshow konnte Airbus erste Kunden von der A350F überzeugen.

Boeing oder Airbus? Neu oder Umbau?

Cargolux betreibt derzeit ausschließlich Boeing 747-Vollfrachter: 14 747-8 und 16 747-400F. Letztere sind im Schnitt 16 Jahre alt, wobei erste Exemplare auch schon 20 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben – und zum EIS der A350F 2025 am Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer kratzen.

Airbus verspricht für die A350F mit 109 Tonnen 4,5 Prozent mehr Nutzlast und mit 695 Kubikmetern zehn Prozent mehr Ladevolumen als die 777F zu bieten hat. Boeing arbeitet jedoch ebenfalls an einem neuen Frachter auf Basis der 777X. Die 777XF dürfte bei Cargolux mit in der engeren Auswahl sein. Die Airline hatte sich Ende 2020 zudem über eine Umbaulösung auf Basis der 777-300ER informiert.