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Boeing 787-8 von American Airlines Boeing

Airlines in den USA

Mit vollem Schub in die Schulden

US-Flugkonzerne decken sich mit Kapital für die Zeit nach Staatshilfen ein. Investoren reißen sich um hoch verzinste Anleihen von Delta, United und American Airlines. Die Schuldenspirale ist in vollem Gang – ein riskantes Spiel mit ungewissem Ausgang.

Die Luftfahrtkrise treibt Airlines weltweit in Schulden. Trotz 25 Milliarden Dollar an direkten Staatshilfen greifen US-Flugkonzerne derzeit besonders kräftig am Kapitalmarkt zu. American Airlines hat nach einem Quartalsverlust von 2,1 Milliarden Dollar die Konten prall gefüllt: 10,2 Milliarden US-Dollar Cash stehen dem Management zur Bewältigung der Krise derzeit zur Verfügung. Weil American Airlines bereits vor Corona mit 33 Milliarden Dollar in der Kreide stand, werden neue Schulden zwar immer teurer – die Texaner werden für eine 2025 fällige Risikoanleihe jährlich 11,75 Prozent Zinsen berappen. Trotzdem hat American wegen hoher Nachfrage die Schuldschein-Offerte noch kurzfristig von 2,0 auf 2,5 Milliarden Dollar aufgestockt.

Zweifelhafte Sicherheit

Die Risikoprämie bei American Airlines sticht heraus. Delta Air Lines und United gaben im Juni Anleihen um 7,5 Prozent Zinsen aus. Doch auch das ist teuer – Experten warnen vor der Schuldenfalle. "Ich komme nicht umhin, an die Vergangenheit zu denken", schreibt Airlineanalyst Scott Hamilton von "Leeham News". "Airlines finanzieren, was sie nur können, um die Krise zu überstehen." Als Sicherheit hat American Airlines geleaste Flughafengates und einige Slots hinterlegt – Aktiva, die in der Krise ebenfalls stark an Wert verloren haben.

TWA versuchte einst, gelagerte Glühbirnen als Sicherheit einzubringen - und schlitterte in die Insolvenz.

Glühbirnen als Kreditsicherheit

Hamilton erinnert das an eine Episode aus der Krisenphase von TWA vor 30 Jahren – die Airline gab 1989 einen Schuldschein aus, der teilweise mit Sitzbezügen und Glühbirnen aus Lagerbeständen besichert war. Kurz darauf habe die "Glühbirnen-Anleihe" TWA in ein Insolvenzverfahren getrieben, schreibt Hamilton. Steht bald auch bei American Airlines eine Inventur der Leuchtmittelbestände an? Wohl kaum, denn ein Ass kann das Management um Vorstandschef Doug Parker im äußersten Notfall noch ausspielen: Insider beziffern den Wert des Meilenprogramms AAdvantage auf 18 bis 30 Milliarden US-Dollar.

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