Alaska-Flug 1282 war am 5. Januar 2024 auf dem Weg von Portland nach Ontario umgekehrt, nachdem die Boeing 737-9 im Steigflug die Abdeckplatte einer nicht genutzten Notausgangstür im Flug verloren hatte, sodass es zu einer Dekompression der Druckkabine kam. Das Flugzeug konnte mit 171 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern wohlbehalten landen. Als Ursache wurden vier nicht installierte Sperrbolzen der Türabdeckung ermittelt. Sie waren, noch beim Hersteller Spirit, nach Nacharbeiten vergessen worden.
Falsche Schuldzuweisung?
Der Kapitän des Fluges, Brandon Fisher, reichte am 31. Dezember vor einem Gericht in Oregon Klage gegen den Flugzeughersteller Boeing ein, weil dessen Anwälte zunächst versucht hätten, die Schuld für den Zwischenfall auf die Besatzung abzuwälzen. Dabei sei unrichtigerweise behauptet worden, das Flugzeug sei unzulässig bedient oder mangelhaft gewartet worden. Boeing habe damit versucht, befürchtete Schadensersatzklagen von Passagieren auf die Airline umzulenken. Der Besatzung sei dadurch aber in der öffentlichen Wahrnehmung zu Unrecht eine Mitschuld angehängt worden, die auch die mediale Berichterstattung über den Zwischenfall beeinflusst habe.
Karriere-Knick
Dies habe Klagen gegen die Piloten ausgelöst, deren Arbeitsalltag belastet und langfristig deren Karriereaussichten beschädigt, auch wenn die Untersuchung der Bundesbehörden Fehler alleine bei der Herstellung des Flugzeugs ermittelt habe. Der Kläger fordert 10 Millionen Dollar Schadensersatz von Boeing für erlittene emotionale Belastungen und Reputationsschäden. Zuvor hatten bereits Flugbegleiter des Fluges Klagen eingereicht. Boeing hatte den Zulieferer Spirit nach dem Zwischenfall zurückgekauft. Teile des Unternehmens, die für Airbus arbeiten, gingen dagegen an den europäischen Hersteller.





