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Aus für Air France-Tochter

Joon wird beerdigt

Air France hat am Donnerstagabend bekanntgegeben, dass sie ihre Tochter Joon nach nur 13 Monaten wieder vom Markt nimmt. Künftig wollen die Franzosen sich demnach auf die Stärkung ihrer Kernmarke konzentrieren.

Das Intermezzo währte nur kurz: Am 1. Dezember 2017 nahm Joon ihren Flugbetrieb auf. Mit einem betont lockeren Auftritt wolle man "Traditionen brechen" und sich von "den neuen Ansprüchen von Reisenden" inspirieren lassen, verkündete damals Joon-Chef Jean-Michel Mathieu. Daraus ist offenbar nicht viel geworden: Nur wenig mehr als ein Jahr später gehen bei Joon schon wieder die Lichter aus.

Die Marke sei für Kunden, Mitarbeiter, Märkte und Investoren von Beginn an schwer zu verstehen gewesen, gab Air France am Abend des 10. Januar bekannt. Die Entscheidung, die folgte, war deshalb keine Überraschung: Joon wird begraben. Air France-KLM-Konzernchef Benjamin Smith und die Gewerkschaft des Kabinenpersonals hatten sich zuvor auf ein einvernehmliches Ende des Projekts geeinigt.

Die 600 bei Joon beschäftigten Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter müssen jedoch nicht um ihre Jobs fürchten: Flugzeuge und Flugstrecken von Joon werden wieder ins Air France-Portfolio integriert. "Alle Joon-Flüge, für die es aktuell Tickets gibt, werden bis zum endgültigen Aus des Projekts unverändert weiterbetrieben und anschließend von Air France übernommen", heißt es in der Air France-Pressemitteilung. Lediglich ihre weißen Sneakers, Slimline-Hosen und Steppjacken, mit denen Joon ihren Anspruch, eine "Airline für Millennials" zu sein, optisch unterstreichen wollte, werden die Stewardessen und Stewards zurück in den Kleidreschrank hängen müssen. Die Joon-Piloten waren ohnehin bereits bei der Muttergesellschaft angestellt.

Air France soll wieder stärker werden

In der Pressemitteilung gibt sich Air France ausgesprochen selbstkritisch: Die große Markenvielfalt innerhalb des Konzerns habe zu einer hohen Komplexität geführt und damit letztlich die Kraft der Hauptmarkke Air France geschwächt. Künftig wolle man sich deshalb auf eine Vereinfachung des Markenportfolios konzentrieren, um die Zukunft erfolgreich zu meistern.

Schon im November 2018 hatte die Nachrichtenagentur Reuters durchblicken lassen, dass Joon konzernintern mehr als umstritten sei. Vor allem derm neuen Boss Ben Smith, im August 2018 von Air Canada auf den Chefsessel von Air France-KLM gewechselt, sei die "hippe" Airline von Beginn an ein Dorn im Auge gewesen. Entsprechend leicht dürfte dem CEO nun die Beendigung des Experiments gefallen sein - erfolgte der Startschuss für Joon doch noch unter der Ägide seines Vorgängers Jean-Marc Janaillac und Ex-Air France-Chef Franck Terner.

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