Passagierabfertigung in Köln/Bonn. Flughafen Köln/Bonn

Das Organisationsversagen der Airline-Industrie

Chaos an den Flughäfen Das Organisationsversagen der Airline-Industrie

Flugreisen sind derzeit kein Vergnügen, denn mit zu wenig Personal wollen Airlines und Flughäfen ein zu großes Programm abwickeln, was an Spitzentagen zu Chaos führt.

Der Koffer ist abgegeben, die Sicherheitskontrolle in erstaunlich kurzer Zeit passiert, der Weg zum Gate zurückgelegt. Doch Überraschung: Wenige Minuten vor dem planmäßigen Abflug ploppt auf den Handys der Passagiere die Nachricht auf, dass der Flug storniert wurde. Wie man nun an einem Freitagabend von Berlin nach Stuttgart kommt: Unklar. Umbuchung vielleicht auf Montag. Also dann eine achtstündige Nachtfahrt mit dem Zug.

Willkommen in der "schönen" neuen Welt des Flugreisens nach Corona. Ja, während der Pandemie waren Fluggesellschaften und Flughäfen im Überlebensmodus, mit enormen Verlusten und oft nur mit staatlichen Hilfen am Leben gehalten. Dass da Personal abgebaut werden musste ist verständlich. Dass man nun den Betrieb schnell hochfahren will, um die steil steigende Nachfrage zu bedienen und endlich wieder gute Einnahmen zu generieren ist auch verständlich. Aber die Umsetzung des Plans gestaltet sich als Fiasko.

Man fragt sich, mit welchen Zahlen an Sicherheitspersonal, Gepäckmitarbeitern, Piloten oder Kabinenbesatzung die Unternehmen geplant haben, zumal jedem bewusst sein musste, dass Neueinstellungen zum Beispiel wegen Sicherheitsüberprüfungen dauern. Bei realistischer Betrachtung hätte klar sein müssen, dass die terminierten Flüge nicht zu bewältigen sind – was sich jetzt umso drastischer mit teils chaotischen Zuständen an den Flughäfen niederschlägt.

Die Lösung, einfach tausende Flüge nun wieder zu streichen, teils eben sehr kurzfristig, ist ein Desaster für das Image, besonders für Carrier wie Lufthansa oder Swiss. So hält man keine Kunden bei Laune. Und die hohen Flugpreise, zum Beispiel in den USA, schrecken bereits ab. Ja, die Kundschaft will wieder fliegen, aber nicht zu jedem Preis, denn die hohe Inflation beutelt das Budget bereits.

Dass es vorerst nicht besser wird hat die Lufthansa nun eingeräumt. Erst im kommenden Winter könnten Neueinstellungen "stabilisierend wirken". Keine schönen Aussichten für die Passagiere, aber auch nicht für die Airlines: Strafzahlungen für einen stornierten A320 Flug summieren sich nämlich leicht auf 45000 Euro. Und allein am Flughafen Düsseldorf wurden am letzten Juni-Wochenende 68 An- und Abflüge durch die Airlines gecancelt.

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