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Dialog mit Airbus

Grüne wollen grüner Fliegen

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Die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung, Airbus, die Flugsicherung, mehrere Flughafengesellschaften und Gewerkschaften führen seit zwei Jahren Gespräche, um den Luftverkehr „grüner“ zu machen. Neue Technologien, ein einheitlicher EU-Luftraum und neue politische Regeln, aber auch Hilfen für die deutsche Luftfahrtforschung, sind ein Teil der erarbeiteten Vorschläge.

Der grüne Dialog mit Airbus passe für manche nicht ins Weltbild, sagte der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, bei seinem ersten Besuch auf einer ILA. Dabei brauchten die Grünen den Dialog mit der Industrie, wenn sich langfristig etwas verbessern solle. Klimaneutrales Wachstum als Ziel reiche den Grünen nicht mehr aus. Der klassische Grüne Ansatz sei es, Flugreisen zu vermeiden und den Kurzstreckenflugverkehr auf die Bahn zu verlagern.

Fücks räumte ein, dass die eher gebildete und einkommensstarke Wählerschaft der Grünen selbst überdurchschnittlich viel fliege. „Wir haben ein schlechtes Gewissen beim Fliegen.“ Die Flugpreise sollten künftig stärker die „ökologischen“ Kosten des Fliegens abbilden. Dazu wollten die Grünen der Branche strengere politische Ziele setzen. Eine Selbstverwaltung des technischen Fortschritts durch die Branche reiche ihnen nicht.

Airbus-Konzernchef Tom Enders entgegnete, politische Rahmenbedingungen müssten weltweit einheitlich streng geregelt werden, etwa über die UNO-Zivilflugorganisation ICAO, aber nicht national. Die deutschen Airlines litten schon heute unter einseitig strengen Wettbewerbsbedingungen, die dem deutschen Heimatmarkt erkennbar schadeten. Luftfahrtforschung im Hochtechnologiebereich solle dagegen in Deutschland wieder national gefördert werden. Andere Länder täten dies bereits, während Deutschland bei der Wettbewerbsfähigkeit zurückfalle. Airbus stecke schon heute 90 Prozent seiner zivilen Forschungsmittel in die Verbesserung der Öko-Effizienz.

Technologisch wollen beide Seiten Biotreibstoff der nächsten Generation entwickeln lassen, der keinerlei für die Lebensmittelerzeugung nutzbaren Böden oder Wasservorräte verbraucht. Außerdem haben Siemens und Airbus in Ottobrunn ein neues Joint Venture zum Thema elektrisches Fliegen gestartet, in das beide Partner jeweils einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Die größte Ersparnis und Verbesserung der Umweltbilanz könne man aber durch eine Vereinheitlichung des europäischen Luftraums erzeugen, so die Partner. Wie diese seit Jahren angestrebte Vereinheitlichung aber politisch ins Rollen gebracht werden könnte, blieb offen. Beide Seiten wollen ihre Gespräche fortsetzen.

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