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Patrick Zwerger
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Wem jetzt wie viel Lufthansa gehört: die Kranich-Aktionäre

Die Kranich-Aktionäre Wem jetzt wie viel Lufthansa gehört

Staatsbeteilung, Thiele-Einstieg, Kapitalerhöhung: Lufthansa hat 2020 und 2021 einige einschneidende Momente in der Aktionärsstruktur erlebt. Inzwischen ist der Konzern aus dem Gröbsten raus. Aber wem gehört zum Neustart nach der Krise eigentlich wie viel Lufthansa?

Lufthansa steht zumindest beim deutschen Steuerzahler nicht mehr in der Kreide. Finanzchef Remco Steenbergen kommt seit 2021 am Anleihemarkt wieder an Geld – und hat im Oktober über eine Kapitalerhöhung zusätzlich 2,2 Milliarden Euro Eigenkapital bei Aktionären eingesammelt. Zusammen reichte das, um einen KfW-Kredit über eine Milliarde Euro und in diesem Monat die verbleibende Milliarde Restschuld aus Stillen Einlagen im Gesamtumfang von 2,5 Milliarden Euro abzulösen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ist bei Lufthansa wieder auf dem Rückzug.

Bald keine Staatsbeteiligung mehr

Über den WSF war Deutschland mit zeitweise 20 Prozent größter Einzelaktionär bei Lufthansa. Im August 2021 hat der Staat den Sinkflug eingeleitet: aktuell beträgt die Beteiligung des WSF nur noch 14,09 Prozent. Spätestens bis September 2023 wird der Staat die Beteiligung komplett auflösen – und dabei wohl dreistellige Millionengewinne realisieren.

Entzerrte Aktionärsstruktur

Zum Hochpunkt der Krise konzentrierte sich die Aktionärmacht bei Lufthansa auf nur zwei Anteilseigner: den WSF und den zwischenzeitlich verstorbenen Industriellen Heinz Hermann Thiele, der in der Spitze knapp unter 15 Prozent der Lufthansa-Aktien zusammengekauft – und erst spät seine Zustimmung zur staatlichen Rettung des Konzers gegeben hatte. Inzwischen hat sich die Beteiligungslage wieder deutlich entzerrt. Neben dem WSF liegt nur noch der Vermögensverwalter BlackRock mit 3,15 Prozent knapp oberhalb der meldepflichtigen Beteiligungsschwelle. Die Thiele-Erben haben ihre Beteilgung auf 1,5 Prozent abgeschmolzen.

Auf den weiteren Plätzen der Aktionärstabelle folgen die Norges Bank, die Credit Agricole und der britische Vermögensverwalter Lansdowne mit jeweils rund 1,1 Prozent. Die Stimmrechte aus 1,195 Milliarden Lufthansa-Aktien liegen zu 88,9 Prozent bei Investoren aus Deutschland, 3,9 Prozent der Aktien werden von Anlegern mit Sitz in den USA gehalten.