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Dreamliner-Triebwerksengpass

Virgin Atlantic behält ihre A340-600 länger

Foto: Patrick Zwerger

Virgin Atlantic wird ihre fünf letzten Airbus A340-600 nicht wie geplant Ende Oktober ausmustern. Weil Triebwerke für die Boeing 787-Teilflotte derzeit Mangelware sind, bleiben die Vierstrahler länger als geplant im Dienst. Schuld daran ist eine 787 von Norwegian.

Eigentlich sollte am 26. Oktober Schluss sein: Mit der Umstellung auf den Winterflugplan hatte Virgin Atlantic vor, die letzten fünf von einst 19 Airbus A340-600 in den Ruhestand zu schicken. Die Erben des Vierstrahlers sind bereits für Virgin unterwegs: drei Airbus A350-1000 und 17 Boeing 787-9 teilen sich die Langstreckenrouten des britischen Carriers – und erweisen sich dabei im Vergleich mit der A340 als weit weniger durstig.

Abschied auf Dezember vertagt

Nun aber steht Virgin vor einem Problem, wie das Portal Simple Flying berichtet: Denn die 17 Dreamliner lassen sich aktuell nicht ganz so umfangreich einsetzen, wie Virgin es gerne hätte. Schuld daran sind die Rolls-Royce Trent 1000-Triebwerke der 787-9. Die müssen nämlich zwecks Überholung zu Rolls-Royce, und da infolgedessen nicht genügend Trents für die Dreamliner-Flotte zur Verfügung stehen, erhalten die A340-600 eine unverhoffte, sechswöchige Gnadenfrist: Ihr Abschied ist nun für den 8. Dezember terminiert – vorausgesetzt, die Trent-Triebwerke kommen plangemäß zu Virgin zurück.

Foto: Aleem Yousaf (CC BY-SA 2.0)
17 Boeing 787-9 hat Virgin Atlantic in der Flotte - aber derzeit nicht genügend Trent 1000-Triebwerke.

Lieferengpässe bei Rolls-Royce

Der Grund für den Dreamliner-Engpass bei Virgin ist allerdings nicht hausgemacht: Schuld trägt vielmehr der Norwegian-Flug DY7115 von Rom nach Los Angeles vom 10. August dieses Jahres. Damals hatte die auf diesem Flug eingesetzte 787-8 mit der Kennung LN-LND kurz nach dem Start in der Luft Triebwerksteile verloren. Die herabfallenden Metallteile, Gesamtgewicht rund vier Kilogramm, beschädigten am Boden Autos und Gebäude. Als Ursache für den Zwischenfall identifizierten die Ermittler der italienischen Agentur für Flugsicherheit später einen Schaufelbruch in der Mitteldruckturbine des linken Trent 1000 infolge von Materialermüdung. Diese Erkenntnis und die damit verbundene Mehrarbeit führt nun bei Rolls-Royce wiederum zu einer verzögerten Rückgabe überholter Motoren – auch weil Rolls-Royce verstärkt Norwegian unterstützen musste. Im Fall von Virgin sei der Triebwerkshersteller „vier bis fünf Wochen“ in Verzug, wie Virgin-Vorstandsmitglied Philip Maher gegenüber Flightglobal erklärte. Bis Ende November hoffe man allerdings, alle Dreamliner wieder im Einsatz zu haben.

Mitarbeiter: „Habe nichts dagegen“

Die Belegschaft der britischen Airline scheint sich indessen an der Gnadenfrsit für die A340 nicht zu stören – im Gegenteil: „Ich habe nichts dagegen, es ist immer noch mein Lieblingsflugzeug“, zitiert Simple Flying einen Virgin-Mitarbeiter. Eines, das ganz nebenbei bemerkt am Himmel immer seltener wird.

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