Emirates erwartet die erste Boeing 777-9 erst ab dem zweiten Quartal 2027. Noch weit vor der ersten Auslieferung hat die Airline ihre Positionen im Programm 2025 um 65 Flugzeuge auf 270 777-8 und 777-9 aufgestockt.
Ein neuer Flottenplan zeichnet eine längere Parallelnutzung von 777X und Airbus A380 bei Emirates vor. "Wir wollen unsere A380 bis 2041 weiter nutzen und werden bei den Behörden eine Verlängerung ihrer Lebensdauer beantragen", sagte Emirates-Chef Tim Clark bereits Ende 2025 im Gespräch mit der FLUG REVUE. Die A380-Kapazität bleibe vor allem in Hinblick auf Topstrecken im Netz wie Sydney, London oder Paris und die Premium-Nachfrage wichtig.
Von einst 123 Airbus A380 hat Emirates noch 116 im Bestand – 97 Flugzeuge sind aktiv, 19 aktuell noch geparkt. Nachdem Airbus die A380-Produktion 2021 beendet und ein von Emirates gefordertes Re-Engining abgelehnt hatte, hatte Emirates der Teilflotte zunächst ein maximales weiteres Nutzungspotential bis 2032 beigemessen.
In der Folge verzögerten sich Liefertermine für den designierten Nachfolger 777-9 aber immer weiter. Auch andere Programmkunden wie Lufthansa entdeckten dadurch ihre A380 wieder – und erweiterten die Nutzungshorizonte der Vierstrahler.
Emirates fordert Boeing 777-XL
Tim Clark hatte Boeing auf der Dubai Airshow im November 2025 eine Machbarkeitsstudie für eine "777-XL" abgerungen: Emirates hofft auf eine 777-10. Triebwerke und Struktur setzen den Konstrukteuren bei einem möglichen Stretch aber enge Grenzen.
Die 777-9 ist mit 76,7 Meter bereits der längste Zweistrahler der Welt. Fahrwerk und Struktur des Basismodells 777-9 geben noch einen Stretch auf rund 268 Fuß (81,68 Meter) her, streuten Boeing-Leute auf der Dubai Airshow. Die 777-10 wäre damit knappe fünf Meter länger als die 777-9. 50 zusätzliche Economy-Sitze und 470 Sitze insgesamt wären damit möglich.

Für Emirates bleibt der Airbus A380 noch auf Jahre hinweg unverzichtbar.
Grenzen und Möglichkeiten
Limitierender Faktor sei die Startleistung, hielt Justin Hale, Customer Manager des 777X-Programms, gegenüber dem Fachmagazin "Aviation Week" in Sachen 777-10 den Ball gleichwohl flach. Die GE9X-Triebwerke müssten mit zusätzlichem Gewicht klarkommen, Kunden Zugeständnisse bei der Reichweite eingehen.
"Das sind alles Dinge, die eine Studie untersuchen muss", sagte Hale. Bereits die 777-9 ist mit 13.500 Kilometer Aktionsradius alles andere als ein Reichweitenmonster – ein Airbus A350-1000, das Topmodell des europäischen Herstellers, kommt 16.100 Kilometer weit, mit dem Modellzusatz "ULR" sind sogar 18.000 Kilometer nonstop drin.
Airbus will einen Doppelstretch der A350-900 ebenfalls prüfen. Rein technisch wäre eine A350-1100 laut Airbus machbar, Airbus hadert laut Kreisen aber mit den wirtschaftlichen Perspektiven eines solchen Flugzeugs.





