Die Erteilung der Zulassung ebnet unseren Weg, ein Flugzeug zu liefern, das neue Standards in der Linienluftfahrt setzt", sagte Stephanie Pope, die Chefin der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte. "Die 737-10 bietet höhere Kapazität, mehr Reichweite und die besten Sitzplatzkosten ihrer Flugzeugklasse", sagte Pope. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit der 737-Familie nun das effizienteste und flexibelste Flugzeugangebot der Branche haben."
FAA will streng bleiben
Boeing hatte die 737-10 rund 2000 Flug- und 1000 Bodenstunden getestet. Dabei ging es nicht nur um die normale Zulassung, sondern auch um die Zulassung der nach den MAX-8-Abstürzen behördlich verordneten Änderungen. "Die Entscheidung der FAA folgt einer strengen Prüfung der Flugzeugkonstruktion und Zuverlässigkeit", sagte FAA-Chef Bryan Bedford. "Wir werden auch künftig Boeing nach den strengsten Sicherheitsstandards überwachen, wenn das Unternehmen mit dem Bau der 737-10 beginnt." Laut Boeing entfällt bisher etwa ein Drittel der MAX-Bestellungen auf die 737-10. Das entspreche 1555 Orders für die größte Version. Sie wird auschließlich im Boeing-Werk Everett endmontiert, wo Boeing eine neue Endmontagelinie für die größte MAX-Version neu eingerichtet hatte. Alle 737-Rümpfe werden in Wichita vorproduziert und von dort per Eisenbahn-Flachwagen nach Renton oder Everett geliefert.
Gesamte MAX-Flotte kriegt alle Updates
Die FAA erteilte ein "Amended Type Certificate", das bescheinigt, dass die 737-10 allen Konstruktions- und Sicherheitsvorschriften entspricht. Außerdem wurde eine Produktionserlaubnis erteilt. Dazu musste Boeing das Flugsteuerungssystem ändern und das Anstellwinkelmesssystem mit einem dritten System ergänzen, so dass die nun insgesamt drei Systeme etwaige Fehler bei der Lagemessung früh erkennen. Boeing muss, laut FAA-Vorgabe, die Änderungen ab Oktober 2027 in allen neu ausgelieferten Boeing 737 MAX ab Werk einbauen und bis Oktober 2029 die gesamte MAX-Bestandsflotte aller Versionen einheitlich auf den neuen Standard nachgerüstet haben. Die erste Kunden-737-10 dürfte die kanadische Westjet kurz nach Jahresbeginn übernehmen, sofern bis dahin die kanadische Anerkennung der US-Zulassung vorliegt. Damit dürfte der Linieneinsatz im zweiten Quartal 2027 beginnnen können. Die europäische EASA kündigte an, ihre 737-10-Zulassung in den kommenden Monaten zu erteilen. Sie sei bereits eng ins Zulassungsverfahren eingebunden gewesen.





