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Fast 800 Mio. Euro Entschädigungsansprüche in 2018

Die Verspätungsbilanz 2018 von Flightright

Fluggäste in Europa mussten in diesem Jahr besonders viel Geduld aufbringen. Laut Schätzungen des Fluggastrechteportal Flightright stehen den Passagieren Entschädigungen in Höhe von 780 Millionen Euro zu.

Die türkische Fluglinie Onur Air führt laut den Zahlen von Flightright das Ranking der unpünktlichsten Airlines 2018 an. Fast 30 Prozent der Flüge aus Deutschland starteten 2018 mit Verspätung. Die meisten Flugausfälle gab es bei der französischen Regionallinie HOP. Und auch die Lufthansa City Linie hat es mit 3,7 Prozent annullierten Flügen in die Negativ-Top 3 geschafft.

Jahr der Flughafenpannen

Die unpünktlichsten und unzuverlässigsten Flughäfen in Deutschland - - Anteil der Verspätungen ab 30 Minuten und der Ausfälle gemessen an der Gesamtzahl der Abflüge (Grafik: Flightright).

2018 war auch das Jahr der Flughafen-Pannen. Im Sommer traf es die größten deutschen Flughäfen in Frankfurt und München. Pannen der Sicherheitskontrollen legten den Flugverkehr für viele Stunden lahm und verursachten Ausfälle und Folgeverspätungen. Wenig überraschend haben es diese beiden Flughäfen deshalb in die Top 3 der unpünktlichen deutschen Flughäfen dieses Jahres geschafft. Angeführt wird die Liste vom Flughafen Köln/Bonn. Dort starteten rund 16 Prozent der Flüge mit einer Verspätung von 30 Minuten oder mehr. 

Auch bei den Verspätungen von mehr als drei Stunden und Ausfällen schneidet der rheinische Airport im europäischen Vergleich nicht gut ab. Dort führt er die Liste der Flughäfen mit den meisten Verzögerungen und Ausfällen in Europa an, gefolgt von Lyon und Marseille. Und auch München schafft es im Europavergleich in die Top 10 – auf einen Platz mit Berlin Tegel. Entspannter war es für Reisende, die dieses Jahr von Athen oder Las Palmas abflogen. Dort waren weniger als ein Prozent der Flüge mehr als drei Stunden verspätet oder fielen aus.

Durch das turbulente Flugjahr 2018 mit seinen vielen Verspätungen und Ausfällen ergibt sich laut Flightright eine hohe Summe potenzieller Entschädigungsansprüche. Das Portal schätzt die Ansprüche von Passagieren in Deutschland in diesem Jahr auf insgesamt mehr als 780 Millionen Euro. „Die Fluggästen in diesem Jahr zustehenden Entschädigungszahlungen sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen”, so Flightright Geschäftsführer Sebastian Legler. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug der Gesamt-Entschädigungsanspruch rund 500 Millionen Euro. 

Da viele Passagiere Aufwand und Risiko eines Gerichtsprozesses scheuen, ignorieren Fluggesellschaften Forderungen oft so lange, bis der Kunde gezwungen ist, zu klagen. „Die Rechnung ist einfach: Wenn kategorisch nicht gezahlt wird, hat die Airline so viel gespart, dass sie sich die Mehrkosten der vergleichsweise wenigen Gerichtsverfahren leicht leisten kann”, erklärt Philipp Kadelbach, Gründer und Chief Legal Officer von Flightright. 

Wenn Flightright im Auftrag seiner Kunden Entschädigungszahlungen einfordert, fallen vor allem Billigairlines wie Ryanair, Vueling oder easyJet negativ auf. Aber auch etablierte Fluggesellschaften wie Aeroflot, Iberia oder Turkish Airlines verweigern berechtigte Entschädigungszahlungen meist im ersten Schritt - ohne rechtliche Grundlage. Bei diesen Airlines müssen die Ansprüche fast immer gerichtlich durchsetzt werden.

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