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Air France-KLM braucht weitere Staatshilfe

Flaute hält an Air France-KLM braucht weitere Staatshilfe

Ein weiterer Lockdown und anhaltende Reisebeschränkungen lassen die gut zehn Milliarden Euro an Staatshilfen schrumpfen, die Air France und KLM bereits erhalten haben. Einem Medienbericht zufolge wird der Verbund bald weitere Gelder benötigen.

Einen Großteil der Zusatzhilfen will die französische Regierung bereitstellen: Wie die Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf Insider berichtet, sollen noch in diesem Jahr drei Milliarden Euro von der französischen Regierung und eine Milliarde von der niederländischen Regierung kommen. Weitere zwei Milliarden will das Airline-Management demnach Anfang 2021 in Form von Krediten auf dem freien Markt akquirieren.

KLM
Air France-KLM soll nach der Krise "wachsen und erobern", heißt es aus französischen Regierungskreisen.

"Wachsen und erobern"

Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari erklärte gegenüber dem Wirtschaftsblatt "La Tribune", dass der Staat bereit sei, "das Kapital von Air France-KLM in erheblichem Umfang zu erhöhen." Djebbari hat Großes vor mit Air France und schloss in vorherigen Statements auch eine Verstaatlichung nicht aus. Die Bereitschaft zur weiteren Unterstützung begründete der ausgebildete Pilot mit der zu erwartenden Konsolidierung des Luftverkehrs und der sich daraus ergebenden Chance für Air France-KLM und Transavia, "zu wachsen und zu erobern". Konkret gehe es darum, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen sowie die Konnektivität des Landes zu gewährleisten.

Angespannte Stimmung

Unterdessen sind den Aktionären Delta Air Lines und China Eastern die Hände gebunden, sollte ihnen die zunehmende staatliche Investition in Air France nicht gefallen: auch Delta steht in der Coronakrise mit dem Rücken zur Wand. In den Niederlanden dürfte der weitere Finanzbedarf der Airlines mit etwas weniger offensivem Enthusiasmus aufgenommen werden – schon die erste Finanzhilfe für KLM war dort umstritten. Zugleich ist die Stimmung zwischen den niederländischen und den französischen Airline-Partnern angespannt. Beobachter schließen es nicht aus, dass beide sich in der Krise weiter voneinander entfernen.