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Mehr Anflüge durch neue Wirbelschleppenkategorien

Flughafen Leipzig/Halle Mehr Anflüge durch neue Wirbelschleppenkategorien

Am Flughafen Leipzig/Halle können die Lotsen durch ein neues Flugsicherungsverfahren bis zu drei Anflüge zusätzlich pro Stunde abwickeln.

Das neue europäische Verfahren namens RECAT-EU (European Wake Vortex Re-categorisation) beinhaltet veränderte Kategorien für Wirbelschleppen-Mindestabstände zwischen zwei aufeinander folgenden Flugzeugen. Nach einem Jahr Probebetrieb am Flughafen Leipzig/Halle hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) das Verfahren nun am zweitgrößten deutschen Fracht-Drehkreuz eingeführt. Leipzig/Halle ist in Deutschland der erste und nach Paris-Charles-de-Gaulle und London-Heathrow der dritte Airport in Europa, an dem RECAT-EU praktiziert wird.

Bei diesem Flugversuch visualisierte das DLR mithilfe von Farbpartikeln die sonst unsichtbaren Wirbelschleppen. Foto und Copyright: DLR

Bisher gibt es weltweit die vier Wirbelschleppen-Kategorien Super, Heavy, Medium und Light. Sie beziehen sich auf das Gewicht des vorausfliegenden Flugzeugs, denn je schwerer es ist, desto stärker sind die Luftverwirbelungen. RECAT-EU sieht insgesamt sechs Kategorien vor: Super Heavy (An-124, A380), Upper Heavy (z. B. A330, Boeing 747), Lower Heavy (z. B. MD-11, Boeing 767), Upper Medium (z. B. Boeing 737, A320), Lower Medium (z. B. E190, ATR 42) und Light (z. B. Saab 340, Learjet 35). Den Anstoß für die Veränderungen hatte die Einführung des Airbus A380 gegeben.

Durch die erweiterten Kategorien können nach Angaben der DFS die Mindestabstände zwischen bestimmten Flugzeugmustern von vier auf drei nautische Meilen (von 7,4 auf 5,6 Kilometer) verkürzt werden. Dadurch sind in Leipzig/Halle bis zu drei zusätzliche Anflüge pro Stunde möglich. RECAT-EU soll an weiteren deutschen Flughäfen zum Einsatz kommen, so die DFS.

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