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Germanwings-Unfall

Ein Pilot allein im A320-Cockpit

New York Times und AFP wollen erfahren haben, dass vor dem Absturz der Germanwings-A320 einer der beiden Piloten das Cockpit verlassen hatte und nicht mehr hereinkam.

Unter Bezug auf einen „hochrangigen militärischen französischen Offiziellen, der an der Untersuchung beteiligt ist“ heißt es, die Piloten hätten sich zunächst normal auf Deutsch unterhalten. Dann sei zu hören, wie ein Sitz zurückgefahren wird und die Tür geht.

Schließlich klopft „ein Mann draußen leicht an die Tür, und es gibt keine Antwort. Und dann klopft er stärker, und keine Antwort. Es gibt nie eine Antwort. Sie können hören, wie er versucht, die Tür einzutreten.“

Die zuständige französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA hat zu den Angaben bisher nicht Stellung genommen. Deren Chef Rémi Jouty hatte gestern Nachmittag auf einer ersten Pressekonferenz erklärt, die Auswertung des am Dienstag gefundenen Stimmenrekorders dauere noch an.

Die Absturzstelle der Germanwings A320 in den französischen Alpen ist sehr schwer zugänglich. Das Flugzeug zerbarst beim Aufprall in kleinste Einzelteile (Foto: BEA).

Welcher der beiden Besatzungsmitglieder das Cockpit verlassen hat, ist nicht klar. Die Crew bestand nach Angaben der Lufthansa aus einem erfahrenen Kapitän, der seit zehn Jahren im Konzern ist und 6000 Flugstunden aufweisen kann. Der Copilot war erst seit September 2013 für das Unternehmen tätig und hatte 630 Flugstunden absolviert. Er war an der Lufthansa-eigenen Verkehrsfliegerschule in Bremen ausgebildet worden.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden in allen Verkehrsflugzeugen stark gesicherte Cockpittüren eingeführt, um die Übernahme der Maschine durch Terroristen zu verhindern. Die Türen lassen sich mit Codes öffnen, können aber auch von innen verriegelt werden.

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