Der wichtigste Verkehrsflughafen des Landes, der José Martí International Airport in Havana, gab am Sonntag ein internationales NOTAM (Notice to Air Missions, Nr. A0356/26) heraus, in dem alle Piloten vor einer Störung der Treibstoffversorgung mit Kerosin für Strahltriebwerke, sogenanntes Jet A-1, gewarnt werden. Die Versorgungsschwierigkeiten dauerten einen Monat an und beträfen vom 10. Februar bis zum 11. März neun internationale Flughäfen des Landes, nämlich Havana, Varadero, Santa Clara, Holguín, Santiago de Cuba und Cayo Coco, kündigen weiteres NOTAMS an. Ein Flugzeugbetanken sei dort im genannten Zeitraum nicht möglich.
Devisenquelle Tourismus versiegt
Die kubanische Behörde für Zivilluftfahrt empfahl, das benötigte Kerosin für den Rückflug bereits beim Einflug mitzunehmen, das sogenannte "Tankering", zusätzliche Tankstopps im Ausland einzulegen oder Flüge gänzlich abzusagen. Dies könne Auswirkungen auf den Luftverkehr und Tourismus haben, so die Behörde. Damit trifft die akute Versorgungskrise eine der wichtigsten, verbliebenen Einnahmequellen für harte Währung in Kuba, den Tourismus.
Verschärfte Sparmaßnahmen
Am Freitag hatte Kubas Regierung wegen der Energiekrise neue Sparmaßnahmen angekündigt. Dazu zählen eine Vier-Tage-Woche, Telearbeit in der Verwaltung und weitere Beschränkungen beim Benzinverkauf. Bus- und Eisenbahnfahrpläne wurden ausgedünnt, einige Hotels geschlossen und die Schulzeiten verkürzt. Auch die Universitäten verlagern sich teilweise auf Lernarbeit von zuhause.
Kanada darf USA überfliegen aber nach Kuba nicht tanken
In Kuba herrscht derzeit die touristische Hochsaison für westliche Winter-Touristen, etwa aus Kanada. Kanadische Fluggesellschaften haben auf dem Weg nach Kuba zwar Überflugrechte über die USA, sie können aber auf dem Weg nach Kuba nicht einfach zum Tanken in den USA zwischenlanden. Die USA verbieten ihren eigenen Bürgern zwar grundsätzlich keine Reisen nach Kuba, US-Bürger dürfen aber keinerlei eigenes Geld in dem Inselstaat ausgeben, damit das dortige Regime nicht unterstützt wird.
Urlauber werden ausgeflogen
Unterdessen kündigten Air Canada, WestJet und Air Transat an, ihre in Kuba befindlichen Urlauber nach Kanada auszufliegen. Alle geplanten Flüge nach Kuba würden gestrichen. Stattdessen sollen leere Flugzeuge nach Kuba entsandt werden, um die rund 3000 gestrandeten Reisenden abzuholen. Diese Flugzeuge würden zusätzliches Kerosin mitnehmen und bei Bedarf Tankstopps entlang der Route einlegen.
Flüge sind bis zum Frühling ausgesetzt
Air Canada kündigte an, ihre Flüge nach Holguín und Santa Clara für den Rest dieser Saison auszusetzen. Die ganzjährig geplanten Flüge nach Varadero und Cayo Coco würden, nach einer Bestandsaufnahme, frühestens im Mai wieder aufgenommen. WestJet, Sunwing Vacations, WestJet Vacations und Vacances WestJet wollen erst ab dem 26. April wieder nach Kuba fliegen, meldete der kanadische Rundfunk CBC News.
Unser Archivbild zeigt eine Iljuschin Il-96-300 von Kubas nationaler Airline Cubana de Aviación.





