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Patrick Zwerger

Norwegian Air sucht Zuflucht beim Staat

Kriselnde Airline Norwegian sucht Zuflucht beim Staat

Norwegen will einen Kollaps von Norwegian notfalls durch eine Beteiligung verhindern. Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels von Airlinechef Jacob Schram und Regierungsvertretern in dieser Woche.

Norwegen eilt Norwegian in der Krise zur Hilfe. Eine Rettung der Airline sei für die Regierung "von hoher Wichtigkeit", wird ein Sprecher des Verkehrsministeriums von norwegischen Medien zitiert. Der Staat hat laut Insidern beim Krisentreffen am Montag erstmals Bereitschaft zu einer befristeten Direktbeteiligung – nach dem Vorbild von Lufthansa – signalisiert.

Im Winter droht das Ende

Norwegian hat in der Corona-Krise von der Regierung bereits 285 Millionen Euro als Kreditbürgschaft erhalten. Banken und Leasinggeber haben Forderungen über knapp eine Milliarde Euro gegen Norwegian 2020 in Aktien eingetauscht. Nach 460 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr ist Norwegan nun jedoch auf weitere Hilfen angewiesen, um den Winter zu überstehen. Ohne eine weitere Finanzspritze droht Norwegian trotz anderer Rettungsmaßnahmen das Ende. Das soll Schram beim Treffen am Montag deutlich gemacht haben.

Großteil der Flotte am Boden

Die Airline hatte im August bereits versucht, schwedische Fördermittel für Norwegian Air Sweden einzuwerben – die Regierung in Stockholm gab Schram allerdings einen Korb. Stattdessen stellt Schweden SAS einen Milliardenbetrag zur Bewältigung der Luftfahrtkrise zur Verfügung. Die Norwegian-Flotte – 73 Boeing 787 und 103 Boeing 737 – steht seit Frühjahr die meiste Zeit am Boden. Norwegian bedient aktuell nur einzelne Regionalstrecken. Um Geld zu sparen, ist Norwegian im Sommer aus einem Auftrag über weitere 92 Boeing 737 MAX und fünf 787 ausgestiegen.