Lufthansa beteilige sich künftig am IATA-Programm Turbulence Aware, teilte Lufthansa am Mittwoch mit. Dafür würden künftig anonymisierte Daten über Turbulenzen erhoben. Die Daten würden in Echtzeit als Karte der aktuellen atmosphärischen Bedingungen an alle Teilnehmer ausgegeben. Die Teilnahme von Lufthansa erhöhe die weltweite Datenqualität des Programms beträchtlich. Tausende Flugzeuge messen die Intensität von Turbulenzen und senden diese live an eine zentrale Datenbank. Dort erstellt eine Software Cockpit-Navigationskarten, die akutelle Turbulenzen einzelner Flüge mit allen anderen Flügen teilen. Die Piloten können diese Karten auf ihren Cockpitdisplays im Electronic Flight Bag auswerten und gegebenenfalls Ausweichrouten wählen, um vorab Gebiete mit starker Turbulenz zu umfliegen.
Live-Karte zeigt farbige Warnkugeln
Das aktuelle und sehr anschauliche Anzeigeformat bildet, farblich abgestuft, Ort, Höhe, Zeit und Stärke der Turbulenz ab. Unsere Karte zeigt den Atlantik westlich von Frankreich. Die Kreise bezeichnen, wie eine Perlenkette, Flugrouten. Die Farbe Lila im Kreis zeigt gemessene, deutliche Turbulenz an. Die Live-Turbulenzkarte ergänzt die normalen Wetterberichte, die, oft Stunden vor einem Start erstellt, nicht immer die dynamische Wetterentwicklung abbilden können. Laut Lufthansa verbessere die neue Technik die Präzision der Flugplanung.
Ruhiger Reisen dank genauer Lagekarte
"Mit IATA Turbulence Aware setzen wir neue Standards bei Flugsicherheit und Komfort", sagte Francesco Sciortino, Hub Manager Frankfurt bei Lufthansa. Für die Passagiere bedeutet diese Technik sanftere Flüge und eine angenehmere Flugerfahrung, während wir gleichzeitig zur erhöhten Sicherheit für alle anderen beitragen."
Flugzeuge vertragen Turbulenzen, Passagiere nicht immer
Bei Turbulenz reduzieren Piloten die Reisegeschwindigkeit des Flugzeugs auf die sogenannte "Turbulence Penetration Speed", die ein sicheres Durchfliegen der Starkwindfelder ohne strukturelle Gefahr für das Flugzeug ermöglicht. Bei Bedarf kann auch die Flugsicherung um Ausweichrouten, etwa um Gewitterfronten herum, gebeten werden. Normalerweise warnen sich Piloten im Funk über starke Turbulenz. Für die Passagiere können unerwartete Turbulenzen in der Kabine eine Gefahr werden, wenn man nicht schon angeschnallt sitzt und durch die Kabine gewirbelt wird. Auch ungesicherte Gepäckstücke, etwa Laptops, können durch die Luft fliegen. Auch bei leichterer Turbulenz muss der Kabinenservice oft ausgesetzt werden, damit sich die Flugbegleiter angeschnallt hinsetzen können.





