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Luxus und Charme

20 Jahre Airport Paris CDG

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Der Pariser Flughafen „Charles de Gaulle“ will mehr umsteigende Passagiere gewinnen. Dazu setzt man auf Pariser Flair und zahlreiche praktische Verbesserungen.

aris-Charles de Gaulle (CDG), Frankreichs größter Verkehrsflughafen, wurde mit 66 Millionen Passagieren im Jahr 2016 weltweit die Nummer zehn hinter London-Heathrow, Hongkong und Schanghai, aber vor Dallas, Amsterdam und Frankfurt. Vier parallele Landebahnen sind in einem weitläufigen Landstrich 25 Kilometer nordöstlich vor den Toren der Stadt verteilt, den Autobahnen, Unterführungen und futuristische Terminals durchziehen.

„Mit 25 000 wöchentlichen Umsteigeverbindungen ist dies eines der stärksten Drehkreuze der Welt“, sagt Franck Terner, neuer Vorstandschef von Air France über deren Heimatbasis. Gemeinsam mit dem Hausherrn, dem Flughafenbetreiber Aéroports de Paris (ADP), will Terner CDG neuen Schwung verleihen; vor allem Umsteiger, die knapp ein Drittel des Aufkommens ausmachen, sollen profitieren. Besonders Flugpassagiere in Asien waren durch Terroranschläge in Europa verunsichert worden.

„Der Kuchen Luftverkehr wird insgesamt größer, aber unser Stück darf nicht kleiner werden“, mahnt ADP-Chef  Augustin de Romanet. „Flughäfen stehen im Wettbewerb. Wenn heute jemand aus Caracas nach China fliegt, hat er zehn Drehkreuze zur Auswahl.“ De Romanet sitzt seit Mitte März mit der ADP-Verwaltung direkt am Flughafen und nicht mehr in der Pariser Innenstadt, um mit seinen 400 Mitarbeitern dichter am Geschehen zu sein.

Die Gallier haben systematisch ihre Schwachstellen analysiert. Höhere betriebliche Zuverlässigkeit und noch mehr Kundenservice sind die neuen Leitmotive. Um den Umsteigern unter den täglich 180 000 Passagieren das oft umständliche Wechseln zwischen nicht weniger als neun Terminals zu erleichtern, führt ein neuer „Transittunnel“ einen Teil der Schengen-Umsteiger im Terminalbereich 2 ohne Kontrolle und direkt auf der „Luftseite“ zum Abfluggate. Sieben Abflugwellen täglich, eine mehr als bisher, sorgen seit dem ersten Quartal 2017 für möglichst bequeme Anschlussverbindungen.

Ein neues Ausschilderungssystem leitet die Passagiere dabei leichter verständlich zum Ziel. Dabei wird nun stärker Wert auf englische und, erstmals auf europäischen Flughäfen, sogar chinesische Begrüßungen gelegt. 120 Chinesisch-Übersetzer und die Kooperation mit Tour-Veranstaltern sollen die Reisen
der Kundschaft aus Fernost möglichst reibungslos machen.

Vor sechs Jahren verpassten noch sechs Prozent aller CDG-Umsteiger ihren Anschlussflug, heute sind es nur noch 0,6 Prozent, so die ADP. Um Pass- und Sicherheitskontrollen zu beschleunigen, erfolgen viele Prozesse nun automatisch. Mehr Polizisten, mehr geöffnete Schalter und 45 Automaten zur Gesichtserkennung sollen helfen. Damit bleibt nur noch die eigentliche Sicherheitskontrolle eine „Hürde“.

Die bei Vielfliegern wegen ihrer Grobheit gefürchtete Gepäcksortieranlage wird bereits modernisiert und noch wesentlich erweitert. 100 000 Gepäckstücke pro Tag werden hier abgefertigt. Das verschlang in den letzten vier Jahren bereits 245 Millionen Euro. Investitionen in Höhe von weiteren 550 Millionen Euro folgen in den nächsten fünf Jahren.

Neun Lounges, die jüngste seit März im Terminal G, bieten angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten. Neu ist der 4500 Quadratmeter große Loungebereich „Instant Paris“ im Terminal 2E, der mit seiner bühnenbildartigen Dekoration Pariser Innenstadtflair verbreiten will. Diese Lounge steht allen Umsteigern
offen; Leistungen wie Bio-Essen, Getränke oder ein Schlafplatz im „Yotel“ müssen  gegebenenfalls extra bezahlt werden.

Schon wächst die Anzahl der Passagiere, die früher vor dem Abflug am Airport erscheinen und hier, zur Freude des Betreibers, konsumieren und einkaufen. Für gehobenen Zeitvertreib sorgt dabei ein neues Museum mit Pariser Kunstschätzen im Terminal und sogar ein Edelrestaurant des Pariser Sternekochs Guy Martin im Terminal 2E.

Wer sich in CDG Appetit auf Paris geholt hat, kann ab 2023 mit einer zusätzlichen Expressbahnlinie direkt vom Flughafen und ohne Stopp und Staugefahr binnen 20 Minuten zum Pariser Ostbahnhof fahren.

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