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Airline bleibt am Boden

Prekäre Lage bei Adria Airways: Lizenzentzug droht

Foto: Flughafen Zürich

Die slowenische Adria Airways hat am Mittwoch ihre selbstverordnete Flugpause bis einschließlich Freitag verlängert, weil ihr das Geld zur Aufrechterhaltung des Betrebs fehlt. Die Airline verhandelt weiter mit Investoren – die Luftfahrtbehörde droht unterdessen mit Lizenzentzug.

Der Pleitegeier kreist nun auch über Adria Airways – und die Luft für die slowenische Airline wird immer dünner: Gelingt es Adria binnen einer Woche nicht, der slowenischen Luftfahrtbehörde CAA gültige Leasingverträge und einen soliden Plan zur Restrukturierung vorzulegen, wird die Behörde der Airline die Lizenz entziehen. Dies kündigte CAA-Direktor Rok Marolt am frühen Mittwochabend an. Unterdessen musste Adria laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa weitere geleaste Flugzeuge an die Eigentümer zurückgeben. Das macht die Lage für die Airline nicht einfacher.

Flugbetrieb bis Freitag ausgesetzt

Die Flugzeuge des Star Alliance-Mitglieds bleiben vorerst am Boden, weil der Airline derzeit das Geld für den Weiterbetrieb fehlt. Auf ihrer Webseite sprach Adria Airways noch am Montag von einer „temporären Maßnahme“, die lediglich Flüge am 24. und 25. September betreffe. An diesen beiden Tagen seien alle Flüge, die bei Adria Airways im Flugplan stehen, annulliert. Gestern Abend musste Adria die Stellungnahme nun modifizieren: das selbstverordnete Grounding müsse bis einschließlich Freitag aufrechterhalten bleiben. Man arbeite aber nach wie vor fieberhaft an einer Lösung.

Ziel: baldmöglichst wieder abheben

Oberstes Ziel aller Beteiligten sei es weiterhin, die Flugzeuge der Airline wieder plangemäß abheben zu lassen. „Wir bedauern die Situation zutiefst und möchten uns bei allen Passagieren und Partnern dafür entschuldigen“, so Adria Airways. Nach eigenen Angaben verhandeln die Slowenen noch immer mit potentiellen Investoren, während die slowenische Regierung eine Staatshilfe für die Airline bereits ausgeschlossen hat. Diese wäre überdies nach EU-Recht auch gar nicht zulässig, da der Staat Adria Airways bereits 2011 finanziell unter die Arme griff und eine solche Maßnahme gemäß Vorgaben der EU nur alle zehn Jahre erlaubt ist.

Adria Airways fliegt mit einer gemischten Flotte aus Bombardier CRJ900, Airbus A319 und Saab 2000. Alle Flugzeuge sind geleast.

Leasinggeber holt sich Flugzeuge zurück

Der slowenische Flag Carrier, 1961 gegründet und seit 2004 Mitglied der Star Alliance, wurde 2016 privatisiert und gehört seitdem der deutschen Finanzgruppe 4 K Invest. Im Zuge der Privatisierung hatte Adria alle ihre Flugzeuge verkauft und anschließend zurückgeleast. Das wurde den Slowenen bereits Ende der vergangenen Woche erstmals zum Verhängnis: Weil Adria die ausstehenden Rechnungen für zwei Bombardier CRJ 900 nicht beztahlt hatte, holte sich Eigentümer Trident Aviation Service die Flugzeuge zurück. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Adria Airways finanziell in ernsten Schwierigkeiten steckte.

Schwierigkeiten deuteten sich an

Erste Anzeichen dafür hatte es bereits Anfang des Jahres gegeben. Damals hatte Adria mit Suchoi aus Russland einen Deal über die Lieferung von 15 geleasten Superjet 100 ausgehandelt. Auch ein Wartungszentrum für die Flugzeuge sollte in Slowenien entstehen. Die Order platzte jedoch kurz darauf – während Adria Suchoi vorwarf, den Russen mangele es an einer klaren Perspektive für eine Zusammenarbeit, äußerte Suchoi bereits damals seine Bedenken, Adria könne den mit dem Deal verbundenen finanziellen Verpflichtungen wegen möglicher Liquiditätsprobleme nicht nachkommen.

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