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Wizz Air

Wizz Air: "Wir fangen mit den faulen Äpfeln an"

Personalabbau bei Wizz Air „Wir fangen mit den faulen Äpfeln an“

Wizz Air ging Entlassungen von Piloten in der Krise mit System – und wenig zimperlich – an. Unter Piloten macht ein brisanter Mitschnitt die Runde. Die Airline versucht sich in Schadensbegrenzung. Flugbetriebsleiter Darwin Triggs musste seinen Schreibtisch räumen.

Wizz Air hat im Angesicht der Krise 2020 jeden fünften Job im Unternehmen gestrichen – allein 250 Piloten mussten die Airline verlassen. Bei der Auswahl legte Wizz Air ganz eigene Maßstäbe an. "Wir fangen mit den faulen Äpfeln an, also mit jedem, der routinemäßig Ärger macht", sagte ein Manager bei einer Telefonkonferenz im April 2020. Der Mitschnitt kursiert aktuell unter Piloten. Weitere Kriterien für eine Kündigung: Fehltage durch Krankheit oder die Weigerung, kurzfristig Flüge zu übernehmen. "Spitzt Eure Bleistifte!"

Airbus
Wizz Air schlug sich in der Krise bisher vergleichsweise gut und hofft auf einen Startvorteil, wenn die Nachfrage wieder anzieht.

Im Konflikt mit "Wertvorstellungen"

Es ist nicht belegt, dass hier Flugbetriebsleiter Darwin Triggs sein Team anstachelte. Fest steht, dass Wizz Air Triggs zwischenzeitlich von seinen Aufgaben entbunden hat. Die Airline zieht damit Konsequenzen aus einer Aufarbeitung des Covid-19-bedingten Personalabbaus. Einige Faktoren der "Auswahl- und Umsetzungsprozesse" seien nicht mit "Wertvorstellungen von Wizz Air" vereinbar, heißt es in einem Rundschreiben der Airline vom 4. April, aus dem die Nachrichtenagentur "Reuters" zitiert. Nur Vertragspiloten hatten damals ihren Jobs sicher. "Die sind unglaublich billig (...) und wir können sie jederzeit feuern", ist auf der Aufnahme zu hören.