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Lufthansa verkauft keine weiteren Flugzeuge

Rückkehr an Kapitalmarkt Lufthansa verkauft keine weiteren Flugzeuge

Lufthansa kehrt mit vollem Schub an den freien Kapitalmarkt zurück: Investoren rissen sich um eine neue Anleihe der Airline über eine Milliarde Euro. Der Konzern hat seine Verbindlichkeiten für 2021 gedeckt – und will vorerst keine weiteren Flugzeuge zu Geld machen.

Lufthansa hat am Dienstag eine unbesicherte Anleihe über eine Milliarde Euro begeben. "Die Anleihe mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren war nach erfolgreichen Investorengesprächen am Vortag rund 4-fach überzeichnet", teilte die Airline mit. Das Papier ist mit 3,0 Prozent moderat verzinst. Die Transaktion folgt auf die Platzierung einer Wandelanleihe von 600 Millionen Euro am 10. November.

Keine weiteren Lease-back-Geschäfte

Angesichts der erfolgreichen Rückkehr an den Kapitalmarkt plane Lufthansa derzeit keine weiteren Sale-and-Lease-back-Geschäfte in der Flotte, sagte Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf unserem Redaktionspartner aero.de. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im Sommer 496 Flugzeuge für Deals mit Leasingfirmen ins Schaufenster gestellt. Bisher hat Lufthansa aber lediglich einen Airbus A350-900 an Investoren verkauft und zurückgemietet. Für eine 777F liefen derzeit Verhandlungen, sagte der Sprecher.

Lufthansa Cargo (Oliver Roesler)
Einen Airbus A350 hat Lufthansa bereits verkauft und zurückgeleast. Ein entsprechendes Geschäft mit einer Boeing 777F (Foto) läuft derzeit noch.

Easyjet verkauft Tafelsilber

Andere Airlines, unter anderem Easyjet, hatten in den vergangenen Monaten mehrfach Teile ihrer Flotten zu Geld gemacht. Lufthansa werde bei Neuzugängen 2021 in erster Linie auf "Finanzierungen über besicherte Flugzeuge" setzen, sagte der Sprecher. Die Finanzierung sei günstiger als die derzeit von Leasingfirmen gebotenen Konditionen. Zum 30. September standen dem Unter­nehmen liquide Mittel in Höhe von 10,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Lufthansa hat in der Krise 9,0 Milliarden Euro vom Staat in Form von Krediten und neuem Eigenkapital erhalten. "Wir möchten lieber am Kapitalmark verschuldet sein, als beim Steuerzahler", stellte Spohr bereits Anfang Juli in der "NZZ" klar.

Finnair als Vorreiter

5,7 Milliarden Euro stille Einlagen bilden den Kern des Lufthansa-Rettungspakets. Lufthansa hat einen starken Anreiz, sich mit der Rückzahlung zu beeilen und auf den Kapitalmarkt umzuschulden – denn die Zinsen steigen von 4,0 Prozent 2021 auf 9,5 Prozent 2027 an. Als erste europäische Fluglinie hatte die ebenfalls staatlich gestützte Finnair im August die Rückkehr an den Kapitalmarkt gewagt. Für 200 Millionen Euro Anleihebetrag ohne Laufzeitbegrenzung riefen die Investoren allerdings satte 10,25 Prozent Zinsen auf.