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Deutscher Frachter musste Kerosin über den Alpen ablassen

Rückkehr nach Frankfurt wegen technischer Probleme Deutscher Frachter musste Kerosin über den Alpen ablassen

Ein deutsch registrierter MD-11-Frachter auf dem Weg von Frankfurt nach Dakar im Senegal musste am Montagabend über den französischen Alpen Kerosin ablassen, um wegen technischer Probleme schneller nach Frankfurt umkehren zu können.

Im Auftrag des Bundesamtes für Zivilluftfahrt der Schweiz (BAZL) informierte die zuständige Flugsicherung Skyguide am Mittwoch über den Vorfall: Am Montagabend sei eine MD-11F von Lufthansa Cargo mit der Flugnummer GEC8268 in Frankfurt nach Dakar im Senegal gestartet. Auf dem Weg habe das Fugzeug aufgrund technischer Probleme Kerosin ablassen müssen. Der Kerosinablass fand zwischen 22.15 Uhr und 22:25 Uhr Lokalzeit auf einer Strecke nördlich des Lac du Bourget bei Chambéry und La Vernaz, südlich des Lac Léman, in den französischen Alpen statt. Die Flughöhe betrug dabei 26000 Fuss (ca. 8600 Meter über Meer). Nach dem Kerosinablass ist das Flugzeug sicher wieder am Flughafen Frankfurt gelandet.

Das Durchführen von Kerosinablässen ist an strenge Richtlinien gebunden, um eine zusätzliche Gefährdung für das Flugzeug und um Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden. Dabei werden Ballungsräume, Trinkwassereinzugsgebiete und Naturschutzgebiete vermieden. Schädigungen von Mensch, Tier oder Pflanzen als Folge eines Treibstoffablasses seien bis heute nicht nachgewiesen, so Skyguide. Die Aufsicht über die Einhaltung der Vorschriften obliege dem BAZL.

Besonders sehr schwer beladene und betankte Langstreckenflugzeuge oder sehr schwer beladene und betankte Frachter lassen, immer nur nach vorheriger Absprache mit der Flugsicherung, nur in Ausnahmefällen Kerosin ab, um bei einer unerwartet dringenden Landung ihre maximale Landemasse einhalten zu können. Damit vermeidet man einen ungewöhnlich schnellen Landeanflug, überlange Ausrollstrecken, sehr heiße Bremsen mit Brandgefahr und Schäden am Fahrwerk. Dagegen haben viele moderne Mittelstreckenflugzeuge gar keine Vorrichtungen für den Treibstoff-Schnellablass mehr.

Skyguide ist verantwortlich für die Flugsicherung in der Schweiz und in Teilen des angrenzenden Auslandes. An 14 Standorten arbeiten insgesamt 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie führen täglich rund 3100 und jährlich 1,1 Millionen zivile und militärische Flugzeuge durch den komplexesten und am dichtest beflogenen Luftraum Europas. Skyguide ist eine nicht gewinnorientierte Aktiengesellschaft im Mehrheitsbesitz des Schweizer Bundes mit Hauptsitz in Genf.