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World Travel & Tourism Council (CC BY-SA 2.0)

Richter will O`Learys WhatsApp-Nachrichten lesen

Ryanair-Rechtsstreit Richter will O`Learys WhatsApp-Nachrichten lesen

Ryanair und die irische Gewerkschaft Fórsa streiten vor Gericht. Die Airline fordert nach einem Streikaufruf im August 2019 Schadensersatz – und will den Konkurrenten Aer Lingus als Strippenzieher enttarnen. Für Ryanair-Chef O`Leary wird die Sache jetzt zum Boomerang.

Der Streikaufruf selbst verpuffte im Nichts. Per einstweiliger Verfügung unterband die Ryanair-Rechtsabteilung im August 2019 einen Pilotenstreik in Irland. Trotzdem hat Ryanair nach eigener Darstellung bereits durch den Aufruf der Gewerkschaft einen Millionenschaden erlitten. Den macht die Airline jetzt vor Gericht geltend: Ryanair hat Fórsa und mehrere Piloten verklagt, darunter den Präsidenten der irischen Cockpitgewerkschaft IAPLA, Flugkapitän Ivan Cullen.

Um Geld dürfte es Ryanair-Chef Michael O`Leary nur nebensächlich gehen. Bei einer Anhörung am Dienstag hatte Ryanair nach einem Bericht des "Irish Independent" beantragt, Aer Lingus in das Verfahren hineinzuziehen. Ryanair unterstellt dem Konkurrenten Absprachen mit der Gewerkschaft im Vorfeld des Streikaufrufs.

O`Leary muss Textnachrichten offenlegen

Richter Brian O`Moore schmetterte den Antrag der Ryanair-Juristen auf Einblick in die Kommunikation zwischen Cullen und Aer Lingus jedoch ab – für das Verfahren sei das nicht relevant, befand O`Moore. Stattdessen will der Richter nun Textnachrichten und Telefondaten von O`Leary einsehen – und beurteilen, ob der Streikaufruf für Ryanair wirklich überraschend kam.