Die Flughäfen Stuttgart und Hamburg haben seit dem 5. Oktober ein Drohnendetektionssystem im Einsatz. Betrieben wird es von der Deutschen Flugsicherung DFS, beschafft hat es das Verkehrsministerium. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und seine baden-württembergische Amtskollegin Nicole Razavi waren zum Start des neuen Systems am Flughafen Stuttgart.
"Es gab den sehr bedenklichen Vorfall in Leipzig in einer neuen Qualität, wo es auch um den versuchten Einsatz von Sprengstoff ging. Es gibt aber auch viele Störungen des Luftverkehrs durch Drohnen, die sind unbeabsichtigt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns wappnen für diese neuen Risiken. Deswegen stärken wir bewusst den Schutz unserer Flughäfen vor den Gefahren durch Drohnen", sagte Bilger. Mit Stuttgart und Hamburg seien nun sieben der acht großen deutschen Verkehrsflughäfen mit Drohnenerkennung ausgestattet, im Lauf der Woche folge noch Leipzig/Halle. In einem nächsten Schritt sollen bis Ende Januar 2027 sieben weitere Flughäfen, die von der DFS betreut werden, solche Systeme erhalten.
Signalanalyse zur Erkennung von Drohnen
Das System von Droniq, einem Gemeinschaftsunternehmen von DFS und der Deutschen Telekom, nutze Sensoren, die an Sendemasten an vier verschiedenen Standorten stünden, erklärte Ulrich Heppe, Sprecher der Geschäftsführung des Stuttgarter Airports. Die Sensoren könnten sehen, wo eine Drohne in der Luft ist und welcher Typ es ist. Weitere Angaben zur Technik machte der Flughafen Stuttgart nicht.
Laut der Website von Droniq basiert das Drohnendetektionssystem auf Signalanalyse. Die Funksignale, die Drohnen und ihre Fernsteuerungen aussenden, werden in einem Umkreis von 25 Kilometern aufgespürt und lokalisiert. Dadurch lassen sich gängige kommerzielle Drohnen im Flughafenumfeld identifizieren und der Standort des Drohnenpiloten finden. Die Information über eine Drohne wird zunächst an das DFS-Lagezentrum in Langen gesendet, von dort aus werden die Kollegen im Tower des betroffenen Flughafens sowie die Bundes- und Landespolizei informiert. Letztere schicken eine Streife zum Drohnenpiloten los, je nachdem, wer näher dran ist.
Nächster Schritt umfasst auch Drohnenabwehr
Razavi stellte klar, dass das System nur eine Übergangslösung ist. Derzeit läuft eine Ausschreibung des Bundesinnenministeriums für ein System, das neben der Drohnendetektion auch die -abwehr umfasst. Damit sollen nicht nur Drohnen und der Standort ihres Piloten erkannt werden, sondern das System übernimmt die Steuerung der Drohne und landet sie in einem sicheren Bereich. Wann die dauerhaften Systeme eingeführt werden, könne er nicht sagen, so Bilger. Heppe rechnet damit, dass die Technik im Lauf des kommenden Jahres am Flughafen Stuttgart installiert wird.
In Stuttgart wurden nach Angaben von Heppe 2025 elf Drohnen gesichtet, davon fielen vier in den roten Gefahrenbereich. Das bedeutet, dass es sich um eine konkrete Gefährdung im An- oder Abflug handelte oder eine Drohne innerhalb des Flughafenzauns unterwegs war. Dann wird der Flugbetrieb sofort eingestellt. Dieses Jahr gab es bis August acht Drohnensichtungen, davon zwei im Gefahrenbereich rot.
Bisher war die DFS am Stuttgarter Flughafen auf Sichtungen durch die Towerlotsen oder Polizisten am Boden sowie auf Meldungen von Piloten oder Bürgern angewiesen. "Es gibt auch sehr viele Falschmeldungen, deshalb ist die Technik so wichtig", sagte Heppe.





