Mit über 3600 gestrichenen Flügen ab Deutschland in den Sommermonaten liegen die LH-Airlines deutlich vor Fluggesellschaften wie easyJet oder Ryanair. Dabei entfielen 1769 Flüge auf die Lufthansa, 1125 Flüge auf die Tochterfirma Eurowings und 726 Flüge auf Lufthansa Cityline. Dahinter folgen mit großem Abstand KLM Cityhopper mit 205 und easyJet mit 128 Annullierungen im Juni und Juli. Ryanair musste hingegen "nur" 47 Flüge ab Deutschland streichen.
"Dass die Lufthansa-Group einsam an der Spitze der stornierten Flüge steht, sagt alles über den aktuellen Zustand der Airline aus. Öffentliche Entschuldigungen, Eingeständnisse zum miserablen Sparkurs von Lufthansa-Chef Spohr und betriebsinterne Streiks kommen einem Armutszeugnis der ehemals deutschen Premium-Airline gleich. Die Leidtragenden sind vor allem die Passagiere. Wenn eine selbsternannte Premium-Airline einen Service anbietet, den man eigentlich nur von Low-Cost-Carriern erwartet, dann wird das Ansehen dieser Airline stark beschädigt", sagte Alexander Weishaupt, Fluggastrechtsexperte bei Flightright.
Sollte der Flug ausfallen, haben Flugreisende grundsätzlich immer einen Anspruch auf wahlweise Ticketrückerstattung oder eine Ersatzbeförderung, die ihnen die Airline anbieten muss. Kommen Passagier:innen mehr als drei Stunden später an ihr Ziel, können sie bis zu 600 Euro an Entschädigung von der Fluggesellschaft verlangen. Wird ihr Flieger direkt gestrichen, können sie ebenfalls einen Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro haben, wenn die Airline Flugreisende weniger als 14 Tage vor dem Abflug über die Annullierung informiert.