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Strahlung und Jet-Lag beeinflussen Gesundheit

Harvard-Studie: Erhöhtes Krebsrisiko für Flugbegleiter

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Eine neue Studie der Harvard-Universität unter Flugbegleitern kommt zu dem Ergebnis, dass häufiges Fliegen deren Krebsrisiko gegenüber dem Durchschnitt der Bevölkerung deutlich erhöht. Auch für Piloten und extreme Vielflieger könnte die Studie Bedeutung haben.

Die am Montag in der Fachzeitschrift "Environmental Health" veröffentlichte Studie wurde von Irina Mordukhovich, Assistentin am Fachbereich Medizin an der T.H. Chan School of Public Health der Harvard Universität, durchgeführt. Befragt wurden über 5300 Flugbegleiter, die mit 2700 weiteren Vergleichspersonen der gleichen Alters-, Bildungs- und Einkommensgruppe, aber mit Berufen am Boden, verglichen wurden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Krebsrisiko von Flugbegleitern deutlich über dem Durchschnitt der vergleichbaren Bevölkerungsgruppe liegt. Eine Erklärung findet die Studie darin, dass Flugbegleiter sich häufig in einer Umgebung mit krebserregenden Bedingungen aufhalten. Dazu zählen die kosmische Strahlung, die mit der Flughöhe zunimmt und die DNA beschädigt, und Brustkrebs sowie Nichtmelanom-Hautkrebs auslösen kann. Laut der Studie haben US-Flugbegleiter die höchste jährliche Strahlenbelastung aller US-Arbeitnehmer.

Weibliche Flugbegleiter haben 50 Prozent erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Melanome traten doppelt so oft auf, wie bei den Vergleichspersonen, nichtmelanomer Hautkrebs sogar viermal so häufig. Dies ist um so beachtenswerter, als die Flugbegleiter als relativ gesunde Ausgangsgruppe gelten, mit wenig Raucheranteil, wenig Übergewicht und einem insgesamt gesunden Lebensstil. Bei männlichen Flugbegleitern lag die Quote der Krebserkrankungen bei Melanomen 50 Prozent über der Vergleichsgruppe und beim nichtmelanomen Hautkrebs war sie noch um 10 Prozent erhöht. Zu den Risiken an Bord gehören auch ultraviolette Strahlung, Herzrhythmusstörungen durch Jetlag, die ebenfalls zu erhöhtem Krebsrisiko führen können, und Störungen des Immunsystems und Zellveränderungen, welche die körpereigene Bekämpfung von Tumoren schwächen können.

Ein Teil der untersuchten Flugbegleiter arbeitete schon vor 1988, als das Rauchen in der Kabine noch erlaubt war, so dass hier eine chemische Belastung durch das Einatmen des Zigarettenrauchs auftrat. In der Kabinenluft gibt es noch weitere Risikofaktoren: Dazu gehören chemische Dämpfe aus den Triebwerken, Pestizide und Flammenhemmer, die den Hormonhaushalt stören können und das Risiko bestimmter Krebsarten erhöhen können. Nicht untersucht wurde das Risiko für Piloten und Vielflieger. Die Studie legt nahe, dass auch diese Gruppen von erhöhtem Krebrisiko betroffen sein könnten.

Sie finden die Studie in englischer Sprache unter folgendem Link:
https://ehjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12940-018-0396-8

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