Streit mit Rolls-Royce: Schießt United den Airbus A350 ab?

Wegen Streit mit Rolls-Royce
Schießt United den Airbus A350 ab?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.02.2026
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 Schießt United den Airbus A350 ab?
Foto: Patrick Zwerger

Der A350-Auftrag von United Airlines hängt am seidenen Faden. Die Airline hat ihre Aktionäre über einen Rechtsstreit mit Rolls-Royce über A350-Triebwerke informiert.

2009 hatte der US-Branchenriese zunächst 25 A350-900 als Ersatz für seine 747-400 bei Airbus bestellt. Vier Jahre später änderte die Airline den Auftrag in 35 A350-1000 ab. 2017 stockte United die Order schließlich um weitere zehn auf 45 Flugzeuge auf, wechselte aber auf die A350-900 zurück.

A350 geliefert bekam United bis heute keine. Mit der letzten Auftragsänderung 2017 hatte United jedoch 175 Millionen US-Dollar für Triebwerke bei Rolls-Royce angezahlt. Die Airline sieht Rolls-Royce im "Vertragsbruch" und hat im Dezember 2025 Rückforderungsansprüche geltend gemacht, erklärt United in einer aktuellen Pflichtmitteilung den aktuellen Sachstand.

Rolls-Royce habe keine Zahlungen geleistet, "den entsprechenden Vertrag mit United gekündigt" und werfe der Airline seinerseits Vertragsverletzungen vor, so United weiter.

Gegenüber US-Medien hat Rolls-Royce die Sache im Großen und Ganzen bestätigt. "Wir haben von dem Vorgang Kenntnis und sind von unserer Position überzeugt", sagte ein Sprecher "AirInsight".

United plant vorerst ohne A350-900

United-Chef Scott Kirby hatte im September 2025 intern eine "finale Entscheidung" zu den A350-900, ein möglicher Ersatz für die Teilflotte Boeing 777-200ER, bis Jahresende angekündigt. Da war die Stimmung zwischen United und Rolls-Royce noch gut – Rolls-Royce habe United gute Konditionen für die Triebwerke angeboten, sagte Kirby.

Zuletzt hatte United Airlines den Aufbau einer A350-Flotte ab 2027 ins Auge gefasst – in der Pflichtmitteilung hat United die A350 für die Folgejahre aus dem Zulaufplan gestrichen.