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Unfalluntersuchung zum Germanwings-Unfall

BEA wertet Stimmenrekorder der abgestürzten A320 noch aus

Die französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA hat eine verwertbare Datei aus dem Stimmenrekorder extrahiert, konnte aber noch keine Details bekannt geben.

BEA-Chef Rémy Jouty stellte auf einer Pressekonferenz in Paris am späten Mittwochnachmittag einige Informationen dar. So gab es um 10:30 Uhr Ortszeit den letzten Funkkontakt, in dem die Besatzung, die eine Anweisung der Flugsicherung routinemäßig bestätigte („Direct IMAR, mercy 18G“).

Die Radaraufzeichnung zeigt dann, wie die Maschine eine Minute später in einen stabilen Sinkflug übergeht (Sinkrate ca. 16 m/s). Um 10:40 bricht die Radaraufzeichnung auf 6175 ft (1880 m) Höhe ab, so dass die BEA davon ausgeht, dass der Flug bis zum Aufprall verfolgt wurde. In diesen zehn Minuten wurden die Piloten von der Flugsicherung kontaktiert, antworteten aber nicht mehr.

Diese Grafik zeigt den Sinkflug der Germanwings A320 anhand der Aufzeichnungen des Sekundärradars in Marseille. Die Zeiten sind in GMT angegeben, also eine Stunde früher als Ortszeit (Grafik: BEA).

Der Stimmenrekorder wurde am Dienstagabend um 17:00 Uhr gefunden und zur Auswertung zum Sitz der BEA am Flughafen Le Bourget (Paris) gebracht. Beim Auslesen der Daten gab es laut Jouty einige Swierigkeiten, doch im Endeffekt konnte im Laufe des Tages eine nutzbare Audiodatei extrahiert werden. Ob diese bis zum Aufprall geht, konne Jouty allerdings nicht bestätigen. Man habe jedoch „verwertbare Geräusche und Stimmen“, die nun genauer analysiert werden müssten.

Den Flugdatenrekorder hat man nach Angaben von Rémy Jouty noch nicht gefunden. Er widersprach damit Angaben von Präsident Hollande, der am Nachmittag zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy die Helfer an der Unfallstelle besucht hatte.

Die bisher gefundenen Trümmer bieten laut BEA keine Anhaltspunkte für eine Explosion. Vielmehr rührt der Zerstörungsgrad von dem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit in einem stumpfen Winkel her.

Insgesamt habe er aufgrund der bisherigen Daten „kein Szenario im Kopf“, worauf der Unfall zurückzuführen sei, so BEA-Chef Jouty. Man werde sich trotz der Emotionen und der medialen Aufmerksamkeit „die Zeit nehmen, die wir brauchen, um zu sehen was passiert ist.“ Man sei es gewohnt, in einem solchen Umfeld zu arbeiten.

Bei der Untersuchung sind neben dem BEA auch drei Experten der deutschen BFU vor Ort. Auch die spanischen Behörden werden ihren Beitrag leisten.

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