US-Nuklear-Spürhubschrauber schützen Super-Bowl-Finale

Leonardo AW139 fliegt als Atomaufklärer
Spürhubschrauber schützt Super Bowl vor Anschlägen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.02.2026
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Spürhubschrauber schützt Super Bowl vor Anschlägen
Foto: US National Nuclear Security Administration

Um das Ereignis gegen etwaige Anschläge mit nuklear strahlendem Material zu schützen, entsandte die National Nuclear Security Administration (NNSA), eine Behörde, die dem US-Energieministerium untersteht, in dieser Woche vorsorglich einen Spürhubschrauber. Die Leonardo AW139, N2314 mit dem Rufzeichen "Energy 14" absolvierte dabei zwischen Montag und Mittwoch in niedriger Höhe über der Bucht von San Francisco charakteristische Suchmanöver, die entfernt einem U-Bootjäger ähnelten. Beobachtet wurde der Hubschrauber auch über der nördlichen Innenstadt San Franciscos, über San Jose und direkt über dem Stadion. Der Hubschrauber kann über seine modulare Spüranlage die lokale Strahlung vermessen und live an eine Zentrale senden, wo im Computer eine aktuelle Strahlenmesskarte entsteht. Die an eine Radarkarte erinnernde Darstellung zeigt in blau schwach strahlende Gebiete, etwa Gewässer, in mosaiksteinartigen Grüntonen normale Strahlung über Land und in Gelbtönen etwaige, lokal leicht erhöhte Werte.

Jahrzehntelange Erfahrung aus dem Kalten Krieg

Das US-Energieministerium betreibt bereits seit Ende der fünfziger Jahre zivile Nuklearaufklärung aus der Luft. Damals fanden in der Wüste Nevadas noch oberirdische Atomtests statt. Heute besteht die Arbeit mehr aus großflächiger Überwachung und Hilfeleistung bei nuklearen Zwischenfällen. Im Rahmen der NNSA-Spezialeinheit Nuclear Emergency Support Team (NEST) können die Spürflugzeuge auch weltweit bei Unglücken oder Zwischenfällen abgerufen werden.

Spezialflotte kommt weltweit zum Einsatz

Die fliegende Spüreinheit firmiert unter dem Namen "Aerial Measuring System" (AMS) und steht rund um die Uhr mit eigenen Wissenschaftlern und Piloten in Bereitschaft. Betrieben werden dazu unter anderem drei Beech BN-350ER mit erhöhter Reichweite und zwei Bell 412 mit Spürausrüstung. Wichtigste Stützpunkte sind die Joint Base Andrews in Maryland an der Ostküste und die Nellis Air Force Base in Nevada, nahe der Westküste. Der jüngste Spürflug "Energy 14" startete in Mountain View im Süden der San Francisco Bay. AMS-Spürflüge sind vor Großveranstaltungen, wie Amtseinführungen von Präsidenten, großen US-Parteitagen oder dem Super Bowl üblich. Die gewonnenen Daten gelangen über die Bundesregierung auch an Bundesstaaten, Wissenschaftler und lokale Katastrophenschutzbehörden.