Wegen religiöser Diskriminierung
Pilot erhält 305000 Dollar Entschädigung

Weil er aus religiösen Gründen nicht an Treffen der Anonymen Alkoholiker teilnehmen wollte, verlor ein buddhistischer United-Pilot sein Tauglichkeitszeugnis. Jetzt muß ihn die Airline entschädigen.

Pilot erhält 305000 Dollar Entschädigung
Foto: United

Wegen Alkoholmissbrauchs hatte der buddhistische Pilot der United Airlines sein medizinisches Tauglichkeitszeugnis verloren. Das ist jedoch Bedingung, um die Rechte seiner Verkehrspilotenlizenz und somit seinen Beruf auszuüben. Eine der Voraussetzungen um das Medical wiederzuerlangen ist das Absolvieren einer Rehabilitierungmaßnahme. United Airlines sieht dafür die Teilnahme an einem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker vor.

Weigerung gegen Anonyme Alkoholiker

Der Pilot weigerte sich jedoch aus religiösen Gründen an den Treffen der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen. Stattdessen wollte er einer buddhistischen Selbsthilfegruppe beitreten. Diesen Wunsch verweigerte ihm die Airline – in der Folge erhielt der Pilot seine Flugtauglichkeit nicht mehr zurück.

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Der Pilot klagte und warf der Airline vor, sie habe das Verbot religiöser Diskriminierung missachtet. Offenbar ein starkes Argument: Um den Rechtsstreit beizulegen, zahlt United nun eine Entschädigung von 305000 US-Dollar. Außerdem hat sich die Airline bereiterklärt, ihrem Angestellten eine alternative Rehabilitierungsmaßnahme anzubieten.

"Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Richtlinien zu ändern, um den religiösen Überzeugungen ihrer Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Wenn sie von ihren Mitarbeitern verlangen, im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms an den Anonymen Alkoholikern teilzunehmen, müssen sie sicherstellen, dass sie Alternativen für ihre Mitarbeiter vorsehen, die religiöse Einwände gegen die Anonymen Alkoholiker haben.", erklärte der Anwalt der US-Kommission für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz.

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