12.10.2018
FLUG REVUE

Erster Einsatz des Airbus A350-900 ULRLängster Linienflug der Welt landet in Newark

Ein Airbus A350-900 ULR von Singapore Airlines ist am Freitagmittag nach 17,5 Stunden Flugzeit in Newark gelandet. Der neue Zweistrahler kam nonstop aus Singapur. Er eröffnete damit den nun längsten Linienflug der Welt.

Airbus A350-900 Singapore Airlines

Nach der US-Westküste (Foto) nutzt Singapore Airlines ihre A350-900 nun auch für Flüge an die US-Ostküste. Foto und Copyright: Singapore Airlines  

 

Der Airbus A350-941, 9V-SGB von Singapore Airlines setzte um 11.23 Uhr deutscher Zeit und am frühen Morgen Ortszeit  als Flug SQ22 auf dem Newark Liberty International Airport in New Jersey auf. Damit traf der Zweistrahler der neuen Ultralangstreckenversion A350-900 ULR nach 17 Stunden und 23 Minuten Flugzeit eine gute halbe Stunde vor Plan am Zielort ein. Der Flug führte von Singapur aus östlich der japanischen Küste nach Norden, dann nordöstlich Richtung Alaska und via Kanada und die USA an die Atlantikküste. Die Großkreisentfernung liegt bei 15.345 Kilometern. Als benötigtes "Trip-Fuel" für die Strecke waren 101,4 Tonnen Kerosin errechnet worden. 111,5 Tonnen Kerosin wurden getankt. An Bord waren 150 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder.

Singapore Airlines will mit Hilfe der etwa 25 Prozent wirtschaftlicheren, zweistrahligen A350-900 ULR die einst schon mit der vierstrahligen A340-500 bediente Verbindung zwischen den beiden Finanzmetropolen Singapur und New York wieder aufnehmen, die einst wegen des zu hohen Ölpreises wieder hatte eingestellt werden müssen. Mit dem gegenüber Umsteigeverbindungen deutlich schnelleren Nonstopflug will Singapore Airlines vor allem mehr Premium-Passagiere erreichen. Der Abflug erfolgt in Singapur am späten Abend und die Ankunft an der Ostküste am dortigen frühen Morgen, so dass ein unverkürzter Arbeitstag folgen kann.

Die A350-900 ULR ist bei Singapore Airlines besonders komfortabel konfiguriert: Im Bug sitzen 67 Reisende der Business Class und dahinter 94 Passagiere der Premium Economy Class. Die aerodynamisch, unter anderem mit verlängerten Sharklets, verbesserte Ultralangstreckenversion der A350-900 kann 24000 Liter Kerosin zusätzlich befördern, das sie in bisher als Tank ungenutzten Räumen an Bord, darunter der Center Wing Box, unterbringt. Modulare Kraftstoffbehälter im Frachtraum sind nicht nötig. Über 20 Stunden kann der von zwei Rolls-Royce Trent XWB angetriebene Zweistrahler in der Luft bleiben. Die maximale Startmasse liegt bei 280 Tonnen. Erstbetreiber SIA hat sieben ihrer 67 bestellten A350 in der ULR-Ausführung geordert, die auch eine veränderte Kabineneinrichtung hat.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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