Apache-Kampfhubschrauber auf Drohnenjagd: Neue Munition mit Abstandszünder

Neue Munition mit Abstandszünder
Apache-Kampfhubschrauber optimiert zur Drohnenjagd

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.02.2026
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Die US-Armee spricht selbst von einem "neuen Meilenstein" für ihre AH-64-Kampfhubschrauber in Sachen Gefechtsfähigkeit – das zeigt, welche Bedeutung die Teilstreitkraft der neuen APEX-Munition des Kalibers 30 x 113 Millimeter beimisst. Das Kürzel APEX steht für "Aviation Proximity Explosive" und verrät, was genau der Clou der neuen Projektile für die 30-Millimeter-Kanone der AH-64 ist: sie besitzen einen Annäherungszünder, der sie schon kurz vor dem eigentlichen Ziel explodieren lässt.

Die APEX-Geschosse sollen dem Kampfhubschrauber auch bei Angriffen auf Bodenziele helfen – vor allem aber haben die US-Militärs den Kampf gegen unbemannte Luftziele im Auge, also gegnerische Drohnen. Wie die Army jetzt in einer Pressemitteilung verriet, erfolgten die ersten Luft-Boden- und Luft-Luft-Schusstests mit der neuen Apache-Munition bereits im Dezember 2025 auf dem Yuma Proving Ground in Arizona. Diese seien "sehr erfolgreich" verlaufen, wie das Presse-Statement ausführt. Der für die Tests verwendete Apache habe Drohnenziele aus verschiedenen Entfernungen aufs Korn genommen "und stellte dabei die Präzision, Vielseitigkeit und Durchschlagskraft dieser fortschrittlichen Munition unter Beweis."

Apache-Kampfhubschrauber erhält neue Abstandszünder-Munition zur Drohnenjagd.
US Army

"Nahtlose Integration" in die Apache-Plattform

Die von der Produktabteilung für Munition mittleren Kalibers (PdM MCA) des Picatinny Arsenal in New Jersey entwickelte XM1225 APEX-Patrone ist laut Hersteller "für die Abwehr moderner Bedrohungen wie unbemannter Luftfahrzeugsysteme (UAS), exponierten Personals oder kleiner Boote konzipiert". Laut Apache-Testpilot Major Vincent Franchino geht es insbesondere darum, "die Verwundbarkeit von Boden- und Luftzielen mit weicher Außenhaut" zu erhöhen.

Die Bestückung der 30-Millimeter-Bordkanone des Apache mit der Munition könne erfolgen, ohne dass "Modifikationen an der M230-Maschinenkanone oder am Feuerleitsystem" notwendig würden. Auch nennenswerte Schulungen des involvierten Personals seien nicht nötig. "Ihr innovatives Design ermöglicht die nahtlose Integration in bestehende Plattformen und bietet gleichzeitig erhöhte Kampfkraft und operative Flexibilität", unterstreicht die US Army.

Vergleichstests, auch mit gemischter Ladung

Bevor es auf den Schießplatz ging, unterzogen die Projektverantwortlichen nach eigener Aussage die APEX-Patronen einer Reihe umfassender Sicherheitstests, um etwaige Risiken für die Hubschrauber-Crews oder das Bodenpersonal im Vorfeld auszuschließen. Hauptziel der anschließenden Schussversuche sei anschließend "die Bewertung der Präzision der XM1225-Patrone und der Vergleich ihrer Leistung mit jener der älteren M789-Hochexplosiv-Mehrzweckpatrone (HEDP) unter identischen Bedingungen" gewesen. Ebenfalls erprobt wurden laut US Army gemischte Ladungen von XM1225- und M789-Geschossen gegen Bodenziele und Drohnen.

Detailaufnahme Bug einer AH-64E Apache mit Bordkanone
US Army

"Eine weitere tödliche Option" für den Apache

Die Testergebnisse offenbarten "eine außergewöhnliche Wirksamkeit", wie die US-Armee betont – die APEX-Munition habe außerdem sämtliche Genauigkeitsanforderungen bravourös erfüllt. "Dank des Annäherungszünders detoniert die XM1225 in Zielnähe, wodurch ein größerer Wirkungsradius erzielt und die Fähigkeit zur Bekämpfung von Bedrohungen aus der Luft und verteilten Einheiten deutlich verbessert wird", bilanziert die Army. "Diese Fähigkeit versetzt den Apache in die Lage, das Gefechtsfeld sowohl im Luft-Boden- als auch im Luft-Luft-Einsatz zu dominieren und den Streitkräften in modernen Kampfszenarien einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen."

Die XM1225 APEX-Patrone erweitere das Arsenal des Apache-Kampfhubschraubers "um eine weitere tödliche Option zur Jagd und Bekämpfung moderner Bedrohungen" und revolutioniere die Einsatzfähigkeiten der bewährten AH-64 auf diesem Gebiet. Ob die Munition bereits den Weg zu den ersten Einsatzstaffeln gefunden hat, verriet die Army allerdings nicht.