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DLR startet Testzentrum in Bremen

Flugzeug-Entwicklung per PC-Simulation

Wirbelströmung am Airbus A320-232 ATRA, dem größten Forschungsflugzeug des DLR. Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Die Entwicklung und Zulassung zukünftiger Flugzeuge soll durch Computersimulationen deutlich beschleunigt werden. Ermöglicht werden könnte dies durch eine Software des DLR, welche sämtliche Eigenschaften eines Flugzeugs abbildet, bis hin zu einer schrittweisen virtuellen Teile -Zertifizierung.

Zu diesem Zweck hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen die Initiative Virtual Product House (VHP) ins Leben gerufen. In Kooperation mit Industriepartnern ist der Aufbau eines Integrations- und Testzentrums geplant, in dem virtuelle Simulationen und Zertifizierungen von Komponenten und Technologien laufen sollen. Auch die Simulation zur Integration in das Gesamtflugzeug soll dort stattfinden. Als Partner sind Airbus und das Test- und Qualifizierungsunternehmen IABG (Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft) aus Ottobrunn bei München mit an Bord, auch eine Kooperation mit der Wissenschaft wird angestrebt.

VHP wird in dem Forschungs- und Entwicklungszentrum ECOMAT (Center for Eco-efficient Materials & Technologies) beheimatet sein, welches am 26. April eröffnet wurde. Auf rund 22.000 Quadratmetern wird dort zu neuen Entwicklungen rund um Leichtbau, innovative Materialien und Oberflächentechnologien geforscht.

Startprojekt: Steuerfläche eines Flügels

Als erstes Projekt strebt die Initiative die Simulation einer multifunktionalen Flügel-Steuerfläche an, bei der unterschiedliche Fachdisziplinen zusammenarbeiten. Sowohl der visuelle Entwurf und die visuelle Fertigung als auch dementsprechende Testverfahren sollen zum Einsatz kommen, bis hin zur Zertifizierung. So ließen sich Änderungen im digitalen Entwurf und deren Auswirkungen auf Fertigung und Testverfahen schneller analysieren und optimieren, heißt es von Seiten des DLR.

Vielfältige Herausforderungen

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung der Luftfahrt bedeuten enorme Herausforderungen für die Forschung, an denen das DLR gemeinsam mit Partnern im Virtual Product House arbeiten wird“, sagt DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke. Eine Herausforderung sind zeitliche, technologische und finanzielle Risiken bei der Entwicklung, Erprobung und Fertigung eines neuen Flugzeuges. Sie treten besonders zu Tage, wenn neuartige Technologien oder unkonventionelle Flugzeukonzepte mit im Spiel sind. Gerade im Bezug auf Mehrkosten sind insbesondere Leistungsdefizite des Flugzeugs kritisch, welche erst während der ersten Testflüge erkennbar werden. Auch Verzögerungen bei der Zulassung oder zeitintensive Produktionsprozesse zählen dazu.

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