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Fehlerteufel im Getriebefan

Krise hilft Pratt & Whitney bei A320neo-Triebwerk

Pratt & Whitney will in der Covid-19-Krise beim Problemantrieb des Airbus A320neo Boden gutmachen. Der Hersteller nutzt die Zwangspause der internationalen Luftfahrt für die Auslieferung von Ersatztriebwerken.

"Wenn es im aktuellen Umfeld einen Silberstreif am Horizont gibt, dann wahrscheinlich mit Blick auf den Getriebefan und unser Nachrüstungsprogramm", sagte der Finanzvorstand des Pratt-Mutterkonzerns Raytheon Toby O`Brien letzte Woche bei einer virtuellen Analystenkonferenz. Der Stillstand der Luftfahrt und Produktionskürzungen bei Airbus verschaffen Pratt & Whitney Luft. Bis Jahresende soll die Nachrüstung fehlerauffälliger Serien abgeschlossen werden.

Von Anfang an Probleme

Pratt & Whitney kämpft seit den ersten Linienflügen der A320neo vor vier Jahren mit massiven Qualitätsproblemen. Eine frühzeitige Abnutzung der Turbinenschaufeln der dritten Stufe, Vibrationen des Hilfsgetriebes und Brennkammerverkleidungen, die schnell verschleißen, zwingen die A320neo zu engmaschigen Überprüfungen in die Technik.

Neue Schaufeln für den Fan

Wegen kapitaler Triebwerksschäden auf Linienflügen haben Luftfahrtbehörden die Einsatzprofile für die A320neo enger abgesteckt, Indien hat für nicht umgerüstete Flugzeuge zum Februar 2020 sogar ein generelles Flugverbot ausgesprochen. Pratt & Whitney rüstet ältere Triebwerke mit neuen Schaufeln aus nickelbasierten Legierungen anstelle des ursprünglich verwendenten Titanaluminids um.

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