Hensoldt und Rafael arbeiten zusammen
EloKa-Behälter für den Eurofighter

Weil man offenbar selbst keine geeignete, rechtzeitig verfügbare Komplettlösung hat, arbeitet Hensoldt nun beim EloKa-Behälter für den Eurofighter der Luftwaffe mit Rafael zusammen.

Eurofighter mit Sky-Shield EloKa-Behälter von Rafael.
Foto: Rafael

Es geht um eine "hochmoderne und ausgereifte Lösung für die luftgestützte elektronische Kampfführung, die im Jahr 2028 erstmals einsatzfähig sein wird (Initial Operating Capability, IOC)", so Hensoldt.

Hensoldt und Rafael vereinbarten ein gemeinsames Projekt zur Integration und Verbesserung von Rafaels luftgestütztem EloKa-Pod Sky Shield als ausgereifter serienmäßiger Escort Jammer (ESJ) mit der neuesten luftgestützten elektronischen Angriffstechnologie (Kalaetron Attack) von Hesnsoldt.

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Diese neue Fähigkeit ist dringend notwendig damit die Luftwaffe den Eurofighter Typhoon als elektronische Angriffsplattform (EA) nutzen kann. Der neue EA-Pod nutzt die bestehenden Schnittstellen des Litening Pods, der sich bereits im Typhoon bewährt hat, und vereinfacht so den Integrationsaufwand erheblich und spart wertvolle Ressourcen, erklärte Hensoldt.

Der Sky Shield Escort Jammer von Rafael ist eine militärische Standardlösung, die bereits an mehrere Kunden weltweit geliefert wurde und daher leicht in schnelle Jet-Plattformen integriert werden kann. Sky Shield nutzt die umfangreiche Erfahrung von Rafael im Bereich der elektronischen Kampfführung und die Erfahrung mit Plattformen der deutschen Luftwaffe. Durch den Einsatz der AESA-Technologie (Active Electronically Scanned Array) deckt der einzelne Breitband-Störsender den aktuellen und zukünftigen Hochfrequenzbereich ab und bietet gleichzeitig eine hohe effektive Strahlungsleistung (ERP).

Sky Shield ist in der Lage, gleichzeitig Stör- und Täuschungsübertragungen gegen mehrere Bedrohungen zu erzeugen, und seine Gemeinsamkeiten mit bestehender Technologie sowie seine offene Architektur ermöglichen "ein sehr robustes Wachstumspotenzial", um zukünftige Herausforderungen anzugehen und exklusive nationale Bausteine bereitzustellen.

Hensoldt hat dabei sein "Kalaetron Attack" Airborne Jamming System im Blick, das kürzlich seine Wirksamkeit gegen verschiedene gegnerische Luftverteidigungsradare bestätigt hat. Der Kern besteht neben kognitiven Softwareelementen aus einem voll digitalisierten Breitbandsensor und einem elektronisch steuerbaren, softwaredefinierten Störsender.

Der metallische 3D-Druck ermöglichte ein komprimiertes Design der elektronischen Komponenten, so dass der Störsender leicht in weltweit gebräuchliche Gondelformate oder direkt in Aufbauten verschiedener Flugplattformen integriert werden kann. Die Effektivität und Reaktionsfähigkeit des Systems basiert zudem auf Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI), die die Klassifizierung unbekannter Bedrohungen im Feld und die schnelle Auswertung großer Datenmengen ermöglichen, so Hensoldt.

"Basierend auf diesen Fähigkeiten und unterstützt durch bestehende Regierungsvereinbarungen sind wir in der Lage, der Luftwaffe eine souveräne Lösung für den rechtzeitigen Fähigkeitstransfer des ECR Tornado anzubieten und gleichzeitig die Fähigkeiten des Eurofighters um eine in modernen Einsatzszenarien bewährte Escort-Störlösung zu erweitern", versprach Thomas Müller, CEO von Hensoldt.

Auf der ILA in Berlin im Juni zeigten sich auch andere Firmen wie Saab und ESG daran interessiert, ihre EloKa-Behälter der Luftwaffe anzubieten.

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