Selbstschutzsysteme von Rheinmetall
ROSY für Hubschrauber

Die Bundeswehr will mit Hilfe der Rheinmetall Waffe Munition GmbH mehr Unabhängigkeit beim Thema Scheinziele erreichen.

Das Rheinmetall ROSY-System wurde nun auch für Hubschrauber getestet.
Foto: Bundeswehr

Ein zentraler Aspekt des jetzt bekannt gegebenen Vertragsschlusses ist die Fähigkeit, entsprechende Technologie und Produkte für den Bereich der Scheinziele im Inland selbst zu entwickeln und zu produzieren. "Dadurch kann die Bundeswehr zukünftig unabhängig von im Ausland begründeten Problemen in den Lieferketten mit der notwendigen Selbstschutztechnologie ausgestattet werden", hofft man.

Zu den Scheinzielen zählen unter anderem solche pyrotechnischer Art zur Abwehr von infrarotgesteuerten Lenkflugkörpern (Flares), Nebelmunition und Mittel zur Radartäuschung (Chaffs).Die Ziele dieser Weiterentwicklungen sind in diesem Zusammenhang vielschichtig. Während auf dem Gebiet der Chaffs eine deutlich höhere Schutzwirkung pro Schuss generiert werden soll, steht bei den Flares unter anderem ein Herstellungsverfahren zur Serienproduktion von Magnesium Teflon Viton (MTV)-Flares im Fokus.

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Als eines der aktuellsten Projekte auf diesem Gebiet wurde im September die Nebelmunition ROSY (Rapid Obscuring System) erstmals bei der WTD 61 von einem fliegenden Hubschrauber des Typs H145M SOF verschossen. Bisher kam sie nur bei Land- und Wasserfahrzeugen zum Einsatz.

Für das Kommando Spezialkräfte ist es beim schnellen Abseilen von Kräften aus einem Hubschrauber, dem sogenannten Fast Roping, von enormer Bedeutung, die Soldatinnen und Soldaten sowie die Luftfahrzeuge an diesem verwundbaren Punkt wirkungsvoll zu schützen. Das Nebelschutzsystem ROSY soll dazu eine Nebelwand erzeugen, hinter welcher der Hubschrauber für eine Zeitspanne von 30 bis 40 Sekunden nicht mehr sichtbar ist.

Die Crew der WTD 61 zeigte mit dem dienststelleneigenen Erprobungsträger H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter – Special Operation Forces), dass dies zumindest bei guten Windbedingungen möglich ist.Die bei der Erprobung erzeugte Nebelwirkung wurde durch die Verwendung spezieller Messtechnik in verschiedenen Spektralbereichen analysiert. Besonders relevant war in diesem Zusammenhang die Durchführung der Testpunkte bei verschiedenen Windrichtungen wie Mitwind, Seitenwind und Gegenwind.

Eine erste Erkenntnis aus den Versuchen ist, dass der Abwind, den die Rotorblätter des Hubschraubers durch ihre Drehung erzeugen, keinen nennenswerten Einfluss auf die Nebelausbreitung hat und dass die Nebelmunition zuverlässig und sicher verschossen werden kann.

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