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Software-Entwicklung für neue Dienstleistungen

Boeing eröffnet deutsches Forschungszentrum

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US-Branchenriese Boeing hat am Mittwoch in Neu-Isenburg, unweit des Frankfurter Flughafens, ein neues Software-Forschungszentrum eröffnet. Vom Drohnenverkehr bis zum autonomen Cockpit werden hier künftige Luftfahrtthemen durchdacht und bis zur Marktreife entwickelt.

Boeing eröffnete das "Digital Aviation & Analytics Lab" in Neu-Isenburg in der früheren Halle der Jeppesen-Druckerei für Luftfahrtkarten. Weil Jeppesen, eine Boeing-Tochter, die ebenfalls in Neu-Isenburg beheimatet ist, heute alle Karten digital erzeugt und vertreibt, stand die Druckerei leer. Hier sind, in dekorativer "Start-up-Atmosphäre" mit Tisch-Kicker, Kaffeebar und Sofas, die Schreibtische von 50 bis 60 Boeing-Forschern untergebracht, die für Boeing Global Services Ideen für neue Dienstleistungen entwickeln, diese entscheidungsreif machen und gegebenenfalls bis zur Marktreife bringen. Dabei arbeitet Boeing mit zahlreichen Unternehmen und Universitäten als Partnern zusammen, darunter den Hochschulen in Braunschweig, Darmstadt, Hamburg-Harburg, Dresden und Stuttgart und mit dem DLR.

Konzentration auf vier Bereiche

Dieses Test-Cockpit dient der Entwicklung verbesserter Rollkarten für die Bodennavigation. Künftig werden die Karten ständig neu errechnet. Foto und Copyright: FR/Steinke

Die Ideenfindung und Auswahl sind in einem strengen Taktkonzept eingebunden. Dabei werden stufenweise die Machbarkeit, der Markterfolg und die eigentliche Herstellung untersucht. Falls eine Idee nicht trägt, wird sie ohne Zögern und ohne Nachwehen beerdigt. Dafür folgen gleich die nächsten Ideen im Prüfprozess. Die besten Ideen werden dagegen Forschungsprojekte und schließlich kommerzielle Boeing-Produkte. So wurde zuletzt die Flugbetriebs-Software "Ops Advisor" entwickelt und an mehrere Airlines geliefert.

Boeing konzentriert die Frankfurter Forschung auf vier Bereiche:

1. Analytik: Vorhandene Daten besser auswerten und verknüpfen

2. Drohnen: Steuerung von Drohnensystemen und praktische Zulassung des Drohnenbetriebs in Deutschland. Hier soll ein Drohnentestflugbetrieb auf dem Boeing-Gelände in Neu-Isenburg, zunächst für die Hauspost, eingerichtet werden.

3. Reduced Crew Operations: Entwicklung von Cockpits mit reduzierter Besatzung, etwa mit jeweils nur einem Piloten im aktiven Dienst, während dessen Kollege in einer Ruhekoje schläft.

4. Smarte Flugzeugkabine: Das "Internet der Dinge" soll in Kürze mit dem Mock-Up einer Boeing 787 untersucht werden, um viele Einzelteile in der Kabine per RFID-Funkchip zu erfassen und zu überwachen. Etwa das lückenlose Vorhandensein aller Schwimmwesten und deren Ausstattung mit unverbrauchten Druckluftkartuschen.

In dieser Cockpitkabine werden Möglichkeiten der Gestensteuerung und der Steuerung durch die Blickrichtung des Piloten untersucht. Der Bildschirm davor zeigt dazu eine Autofahrt durch Neu-Isenburg. Foto und Copyright: FR/Steinke

Marc Allen, der Präsident von Boeing International, sagte bei der Eröffnung, Dienstleistungen würden ein immer wichtigeres Zusatzgeschäft des amerikanischen Luftfahrtkonzerns. Der Hersteller wolle mit deren Hilfe gezielt wachsen und seinen Wert verdoppeln. Diese Wachstumsstrategie sei auch der Grund für die Eröffnung des neuen Frankfurter Forschungsbereichs.

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