Eigentlich war die USS Ford (CVN-78), nach ihrer Teilnahme an der "Operation Absolute Resolve" Anfang des Jahres gegen Venezuela, schon beinahe zu Hause. Im Juni 2025 war sie in Norfolk (Virginia) in See gestochen, durch den Atlantik nach Europa bis ins östliche Mittelmeer gefahren und operierte zuletzt in der Nordsee, bis sie im November 2025 zurück nach Amerika in die Karibik beordert wurde. Nun erhielt der Träger den Befehl, ein weiteres Mal in die Gegenrichtung aufzubrechen, um – als Drohkulisse für die neuerlichen Atomgespräche zwischen Washington und Teheran – im Iran für Furcht zu sorgen.
Der größte und beste Flugzeugträger der Welt, der bereits jetzt schon seit acht Monaten auf See ist, wird damit wohl frühestens im April wieder in seinen heimatlichen Hafen zurückkehren – angesichts der volatilen Weltlage knackt der schwimmende Fliegerhorst der US Navy vielleicht auch die Marke von zwölf Monaten im Kampfeinsatz. US-Präsident Donald Trump kommentierte die angeordnete Verlegung der CVN-78 samit ihrer Carrier Strike Group nach Nahost, man werde den Träger für den Fall brauchen, dass es in den Atomverhandlungen mit dem Iran keine Einigung gebe.
Belastungsprobe für Schiff und Besatzung
Für das vergleichsweise neue Kriegsschiff (Indienststellung 2017) und seine rund 5000 Mann starke Besatzung avanciert die nunmehr bereits acht Monate andauernde Einsatzfahrt zur Belastungsprobe – hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Schiffes ebenso, wie in Bezug auf die Moral der Crew, die sich bereits in relativer Nähe ihrer Heimat wähnte und nun wieder in die entgegengesetzte Richtung aufbrechen muss.
Dass derlei Planänderungen für die Logistik der US Navy alles andere als trivial sind, verdeutlichte bereits im Januar Operationschef Admiral Daryl Caudle gegenüber Journalisten. So habe man beispielsweise "Wartungsvereinbarungen und -verträge mit Werften abgeschlossen, die die Schiffe dieser Kampfgruppe, einschließlich des Flugzeugträgers selbst, reparieren werden. Da diese Verträge an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden sind, erwartet die Werft, dass das Schiff vor Ort ist." Könne man dies aus kurzfristigen operationellen Gründen nicht gewährleisten, führe das "zu erheblichen Störungen."
"Bringt das Leben durcheinander"
Für das auf dem Träger eingeschiffte Personal bringe eine ungeplante Verlängerung ihres Einsatzes überdies "das Leben durcheinander", betonte Caudle. "Die Leute wollen Gewissheit haben, dass ihr Einsatz sieben Monate dauern wird. Dauert er länger, stört das Dinge wie geplante Beerdigungen, geplante Hochzeiten, geplante Babys, wissen Sie." Und da für ihn "die Seeleute an erster Stelle" stünden, sei er naturgemäß "kein großer Fan von verlängerten Einsätzen", so der Navy-Admiral weiter.

Eines der wichtigsten Flugzeugmuster an Bord der USS Ford ist die Boeing EA-18G Growler, Spezialistin für die elektronische Kampfführung.
Welche Flugzeuge beherbergt die USS Ford?
Tatsächlich war die CVN-78 nach der Rückkehr von ihrer letzten Einsatzfahrt im Januar 2024 über ein Jahr lang wegen der (geplanten) Überholung in der Werft und stand erst im Frühjahr 2025 wieder zur Verfügung. Die unerwartete Verlängerung des aktuellen Einsatzes könnte einen noch längeren Werftaufenthalt nach sich ziehen.
Wohl oder übel werden sich Flugzeugträger, Begleitschiffe und Personal aber nun trotzdem bald wieder im Nahen Osten einfinden – weil nach einhelliger Meinung von Beobachtern derzeit kein anderer Flugzeugträger als die USS Ford für die Aufgabe verfügbar ist.
Das 337 Meter lange Typschiff der neuen Ford-Klasse ist aktuell die Heimat des Carrier Air Wing 8. Dieser besteht unter anderem aus Boeing F/A-18E/F Super Hornets der Geschwader VFA-31, 37, 87 unnd 213. Eine Schlüsselrolle nehmen wegen ihrer Fähigkeiten im elektronischen Kampf außerdem die EA-18G Growler der VAQ-142 ein. Außerdem zählen E-2D Hawkeye als Frühwarnflugzeuge, C-2A Greyhounds für die Logistik und MH-60 Seahawk-Hubschrauber zum Carrier Air Wing 8 auf der USS Ford.





