Deutschlands erste Chinook nimmt weiter Form an. "Seit gestern steht die Zelle unserer ersten CH-47 auf der Produktionslinie des Boeing-Werks in Philadelphia", schreibt die Luftwaffe in ihrem Whatapp-Kanal. Der Beitrag, datiert ist er auf den 9. April um 13:41 Uhr, zeigt außerdem ein Bild der noch unfertigen Zelle des Hubschraubers, auf dem bereits die Seriennummer M1701 zu lesen ist.
Neun Montagestationen liegen nun laut Luftwaffe auf dem Weg der werdenden CH-47F, "bis sie das Werk im kommenden Jahr als fertiger Hubschrauber verlässt und durch die Luftwaffe übernommen werden kann." Das erste Rumpfteil für die Premieren-Chinook hatte Boeing bereits im November des vergangenen Jahres fertiggestellt. Offizieller Baubeginn des markanten Tandem-Hubschraubers war im Juli 2025.
Mit insgesamt 60 Boeing CH-47F Block II will die Bundeswehr ihre alten Helikopter-Lastenesel vom Typ Sikorsky CH-53G ersetzen, die seit mehr als 50 Jahren in bundesdeutschen Diensten stehen. Die erste von insgesamt 112 CH-53G war im Juli 1972 übergeben worden – damals noch an die Heeresflieger, die den Flugbetrieb bis zum 31. Dezember 2012 verantworteten.

Das erste Rumpfmittelteil für eine deutsche Chinook hatte Boeing im November 2025 in Philadelphia präsentiert.
Ausbildung läuft seit 2024
Seit dem 1. Januar 2013 sind die schweren Transporthubschrauber im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr der Luftwaffe unterstellt. Die CH-53 sind beim Hubschraubergeschwader 64 an den Standorten Holzdorf und Laupheim stationiert. Dort werden ab 2027 auch die neuen CH-47F Block II erwartet. Die genaue Musterbezeichnung lautet CH-47F Block II SR AAR (SR für "Standard Range und AAR für "Air-to-Air-Refuelling", also Luftbetankung).
Die Ausbildung der Hubschrauberbesatzungen auf dem neuen Muster ist bereits seit Mitte 2024 im Gange – in den USA, auf dem Stützpunkt Fort Novosel der US Army.

Im Juli 2024 erhielten die ersten deutschen Piloten in den USA ihre Musterberechtigung auf der CH-47.
Sieger gegen CH-53K King Stallion
Bei der Ausschreibung für die Nachfolge der CH-53 hatte Boeing sich 2022 gegen Konkurrent Sikorsky durchgesetzt. Sikorsky war mit der grundlegend modernisierten, deutlich leistungsgesteigerten CH-53K King Stallion ins Rennen gegangen, hatte gegen die Chinook jedoch das Nachsehen – unter anderem aus Kostengründen, da der Stückpreis für die CH-53K in etwa doppelt so hoch liegt wie für die CH-47F. Außerdem galt die Chinook beim Entscheid im Sommer 2022 als rascher verfügbar.
Der finale Vertrag wurde 2023 unterzeichnet. Die insgesamt 60 Chinooks kosten die deutschen Steuerzahler 7,3 Milliarden Euro, finanziert durch das 2022 freigegebene "Sondervermögen Bundeswehr".





