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Italienischer Flugzeugträger: Osprey auf der Cavour

Italienischer Flugzeugträger Cavour Nach den F-35 kommen die Kipprotoren

Im Rahmen der "Ready for Operations"-Kampagne des italienischen Flugzeugträgers Cavour trainierten Osprey-Piloten der US Marines vor der Küste von Maryland Starts und Landungen auf dem Trägerdeck – auch wenn die Italiener selbst gar keine Ospreys besitzen.

Es war ein Meileinstein auf dem Weg der Cavour hin zur vollen Einsatzreife: Der Flugzeugträger der italienischen Marina Militare absolvierte im März die Zulassungstests mit dem künftig auf seinem Deck stationierten Einsatzmuster, der Lockheed Martin F-35B. Dabei trainierten F-35B der US Marines vor der Ostküste der USA vier Wochen lang Starts und Landungen auf der Cavour unter verschiedenen Bedingungen – sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Damit sollte sichergestellt werden, dass der Flugzeugträger mit dem neuen Stealth Fighter vollumfänglich kompatibel ist. Am 26. März meldete die italienische Marine Vollzug: die Tests konnten erfolgreich abgeschlossen werden.

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Kipprotor-Flugzeug oder Hubschrauber? Auf der Cavour können beide landen. Nicht nur theoretisch, sondern jetzt auch ganz real.

Kipprotor-Tests auf der Cavour

Damit war die "Ready for Operations"-Kampagne der Cavour zwar ein entscheidendes Stück vorangekommen. Bis zur, für 2024 abgepeilten, vorläufigen Einsatzreife des Trägers bleibt aber noch ein gutes Stück Weg zu gehen. Nach wie vor ist die Cavour im Atlantik vor Maryland unterwegs – und bekam nun zum Abschluss der F-35B-Zertifizierung abermals testweise Besuch von einem Flugzeug der US Marines. Dieses Mal jedoch handelte es sich nicht um Stealth-Kampfjets, wie sie auch die italienische Marine erhält, sondern um einen Kipprotor-Turboprop: die Crew einer Bell-Boeing MV-22B Osprey flog den Träger an und absolvierte mehrere Starts und Landungen an Deck – auch bei Nacht. Für die Marines war dies gleichsam eine Premiere: Zum ersten Mal operierte eine Osprey von einem Flugzeugträger, der nicht den USA gehört.

"Zusammenarbeit erweitern und stärken"

Die italienische Marine betreibt selbst keine V-22 und wird das wohl auch in Zukunft nicht tun – dennoch hebt die Marina Militare die Bedeutung der Osprey-Flugtests an Deck der Cavour hervor: Mit den nun erfolgten Tests habe man bewiesen, dass die Cavour im Einsatz auch mit dem Kipprotor-Transporter kompatibel sei. Das sei eine "wesentliche Aktivität" auf dem Weg zur Einsatzreife, "um die Interoperabilität und die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Marina Militare und dem US Marine Corps zu erweitern und zu stärken", hieß es. Nunmehr ist sichergestellt, dass die Cavour in einem künftigen Einsatzszenario aus der Luft auch von den V-22-Senkrechtstartern der US-Verbündeten versorgt werden kann. Dies werde "die operative Reichweite der Marinestreitkräfte im Falle eines Konflikts vergrößern", kommentierte das US Marine Corps ergänzend.