Kampfdrohne Akinci schießt mit Jet-Kamikaze-Drohne

Fliegendes Luftziel zerstört
Kampfdrohne Akinci schießt mit Jet-Kamikaze-Drohne

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.02.2026
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Die Bayraktar Akinci, dank Knickflügel und Turboprop-Motoren leicht zu identifizieren, ist eigentlich eine Höhenspezialistin. Die von Baykar Technologies aus Istanbul entwickelte Kampf- und Aufklärungsdrohne erreichte, unter anderem bei einem Testflug im Juni 2022, bereits Flughöhen von über 13.700 Meter. Das ist türkischer Rekord.

Die türkischen Streitkräfte fliegen die Akinci seit 2021, darüber hinaus hat Baykar Exportverträge mit 16 Kunden unterzeichnet. Im März 2025 erreichte die gesamte Akinci-Flotte die Marke von 100.000 Flugstunden.

Unterdessen konzentriert sich der Drohnenspezialist mit hauseigenen Erprobungskampagnen weiter auf den Ausbau der Einsatzmöglichkeiten der Akinci. Dazu zählen insbesondere Tests mit neuen Waffen – etwa des KI-basierten Mini-Marschflugkörpers Kemankes-1, den Baykar an der Akinci bereits erfolgreich gegen Luftziele getestet hat.

Am 21. Februar erreichten die Türken mit der Zweimot-Kampfdrohne einen weiteren Meilenstein: Erstmals feuerte ein Prototyp im Flug die vom türkischen Lenkwaffenhersteller Roketsan entwickelte Loitrering Munituion Eren ab – und zerstörte damit ein "gegnerisches" Luftziel in Gestalt einer zuvor gestarteten Zieldrohne.

Türkische Kampfdrohne Akinci schießt auf Seeziele
Baykar Technologies

Abschuss vor der Küste von Sinop

"Im Rahmen der Testaktivitäten startete die Bayraktar Akinci vom Flugtrainings- und Testzentrum in Çorlu, Tekirdağ, und flog zum Testgebiet über dem Schwarzen Meer", schildert Baykar den erfolgreichen Waffentest. Während des vor der Küste von Sinop absolvierten Tests sei die anvisierte Zieldrohne "durch die von der Bayraktar Akinci abgefeuerte EREN-Munition erfolgreich neutralisiert" worden. Im Anschluss sei die Baykar-Drohne auf ihrer geplanten Route nach Çorlu zurückgekehrt. Ein von Baykar veröffentlichtes Video des Testablaufs unterstreicht die Schilderungen visuell.

Laut Baykar habe die Akinci mit diesem erfolgreichen Waffentest "erneut ihre strategischen Fähigkeiten" demonstriert – umfasse das Arsenal der Waffen, die bereits von der unbemannten Plattform abgefeuert wurden, doch inzwischen eine große Zahl einheimischer unterschiedlicher Munitionstypen, "sowohl gegen Boden- als auch gegen Luftziele".

Bayraktar Drohnen-Gruppenbild vor Gebäude
Baykar

High-Speed-Kamikaze-Drohne

Bei der als "High-Speed Multi-Purpose Loitering Munition" bezeichneten Lenkwaffe Eren handelt es sich um einen neuartigen Flugkörper mit Strahlantrieb, den Roketsan erst im vergangenen Jahr erstmals öffentlich vorstellte.

Loitering Munition, "herumlungernde Munition" also, hat die Eigenschaft, zunächst ohne konkretes Ziel zu starten und eine gewisse Zeit im Zielgebiet "herumzulungern". Die Lenkwaffe, im Volksmund spricht man auch von einer Kamikaze-Drohne, sucht sich im Anschluss entweder ihr Ziel mittels eigener Sensorik selbst aus oder bekommt es vom Boden aus per Datenlink entsprechend zugewiesen.

Waffe gegen Luft- und Bodenziele

Die Eren von Roketsan erreicht laut Hersteller eine Flugzeit von gut 15 Minuten, wiegt 35 Kilogramm und fliegt maximal etwas mehr als 100 Kilometer weit. Sie greift bewegliche Ziele in der Luft und am Boden an. Optisch eher einer Rakete ähnelnd, liegt der Fokus bei der neuen Lenkwaffe vor allem auf Geschwindigkeit denn auf Ausdauer – wobei die Loitering-Fähigkeit dazu dient, den optimalen Zeitpunkt für den Angriff abzupassen. Die Zielführung erfolgt über einen optischen Suchkopf.