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Lucio Perinotto

Als Clint Eastwood notwassern musste

Eine Hollywoodlegende geht baden Als Clint Eastwood notwassern musste

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Hollywood wäre heute anders, wenn am 20. September 1951 nicht alles so abgelaufen wäre. An diesem Tag musste eine Skyraider im Pazifik notwassern. Einer der Insassen, die im Anschluss um ihr Leben schwammen, war Clint Eastwood.

So hatte er sich das Ende seiner dienstfreien Zeit nicht vorgestellt: Klitschnass und frierend stand der 21-jährige US-Soldat in der Funkstation von Bolinas in der Nähe des Point-Reyes-Leuchtturms an Kaliforniens Pazifikküste. Der junge GI, der sich telefonisch bei seiner Einheit in Fort Ord meldete und von den vergangenen Stunden erzählte, sollte später zu weltweiter Berühmtheit gelangen. Nicht nur durch seine Schauspielkünste als wortkarger Cowboy oder Actionheld, sondern auch durch seine Tätigkeit als Regisseur in ausgezeichneten Filmen. Am Telefon meldete er sich folgendermaßen: "Hier ist Army Pvt. Clinton Eastwood. Ich bin gerade mit einer Douglas Skyraider im Pazifik gelandet."

Notwasserung

Zuvor hatte Clint Eastwood ein paar freie Tage in seiner Heimat Seattle verbracht. Für den Rückflug zu seiner Einheit in Fort Ord konnte er einen Sitzplatz in einer Douglas Skyraider ergattern. Er stieg ein, davon ausgehend, wieder pünktlich zum Dienst zu erscheinen. An diesem Tag flog Navy-Pilot Lt. Andersson die AD-2 Skyraider – doch aus unerklärlichen Gründen ging ihm nahe Point Reyes nördlich von San Francisco wohl der Sprit aus. Andersson sah kein anderes Mittel, als den lahmen Vogel im Pazifik notzuwassern. So setzte er perfekt mit eingezogenem Fahrwerk auf der rauen Wasseroberfläche auf und beide verließen die schnell sinkende Maschine.

Es ist nicht ganz klar überliefert, ob sie nun die an Bord befindlichen aufblasbaren Rettungsboote nutzten oder an Land schwammen. Eastwood erwähnte in einem Interview, dass er ein paar Meilen an Land geschwommen sei. 21 sei kein Alter, um im Wasser des Pazifiks zu sterben. So schwamm er mehrere Stunden, kämpfte sich durch den Tangwald (Algenwald in der Uferzone) und kletterte schließlich die Küste hinauf, um sich unweit des Point-Reyes-Leuchtturms in der Funkstation zu melden.

Der Funker staunte bestimmt nicht schlecht, als abends gegen 18 Uhr ein nasser Soldat vor der Tür stand und stammelte, dass er mal telefonieren müsste. Im Anschluss gelangte Eastwood in die nahegelegene Coast Guard Station, wo er auch wieder auf Andersson traf, nachdem die beiden kurz nach Verlassen des Flugzeugs von der starken Strömung und der Brandung getrennt worden waren. Beide begaben sich im Anschluss wieder zu ihren Einheiten.

Suche ohne Erfolg

Im Jahr 2017 gelangte die Geschichte nochmalsan die Öffentlichkeit, als ein Forschungsteam der Berkeley-Universität mit einem Tauchroboter die versunkene Douglas finden und eventuell bergen wollte. Ein Filmemacher, der davon hörte und natürlich den Namen des berühmten Passagiers kannte, wollte unbedingt eine Dokumentation darüber drehen– doch bis heute blieb die Suche ohne Erfolg. Strömung und Tiefe des Pazifiks erschweren es an dieser Stelle extrem, nach nunmehr 70 Jahren noch etwas zu finden.

Die filmreife Geschichte über Eastwoods Notwasserung und seine Rettung wurde bis heute nicht weiter aufgeklärt. Ein damaliger Zeitungsbericht bestätigt sie aber.

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