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Amphibium: Consolidated PBY Catalina

Consolidated PBY Catalina Die Königin vom Eriesee

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Kein anderes Amphibienflugzeug ist so bekannt wie die PBY Catalina. Mit dem Start zu ihrem ersten Flug 1935 auf dem Eriesee wuchsen die Möglichkeiten der Seeüberwachung immens. Flüge von fast 24 Stunden und ihre große Reichweite machten die Catalina unentbehrlich.

Am 28. Oktober 1933 erteilte die US Navy an mehrere Hersteller den Entwicklungsauftrag eines neuen Langstrecken-Patrouillenflugboots. Bei Consolidated hatte man dank der von Issac M. Laddon entworfenen P2Y bereits große Erfahrung auf diesem Gebiet. Laddon wurde auch mit dem Entwurf der PBY (Patrol Boat, Y steht für den Hersteller) beauftragt. Er schuf einen Bootsrumpf ganz aus Metall, der aus nur einem Deck mit einem halbrunden Dach bestand. Der Flügel wurde mithilfe eines zentralen Pylons fast freitragend auf den Rumpf aufgesetzt. Die elektrisch ein- und ausfahrbaren Stützschwimmer an den Flächenenden waren einmalig in dieser Flugzeugklasse. Sie bildeten im Flug die Flügelspitzen.

Die Testpiloten waren begeistert

Hausintern wurde die Bezeichnung Model 28 vergeben. Die US Navy vergab die Bezeichnung XP3Y-1. Nur zwei Jahre nach der ersten Anforderung hob der Prototyp (9459) am 28. März 1935 von der Oberfläche des Eriesees ab. Die Testpiloten waren begeistert, weitere Erprobungen wurden veranlasst. Nach deren Abschluss war die gravierendste Veränderung eine Vergrößerung der Seitenruderfläche. Ansonsten waren sich die Navy und der Hersteller Consolidated einig. Ein Auftrag über die ersten 60 Maschinen wurde am 29. Juni 1935 erteilt. Mit 90 000 US-Dollar Stückpreis lag die PBY zudem unter dem ebenfalls für gut befundenen Konkurrenzprodukt, der Douglas XP3D-1.

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Die „Black Cat“, die PBY-6A-Version, war mit einem zusätzlichen Radar oberhalb des Cockpits und einem Abwehrturm im Bug ausgerüstet.

Die erste Order für das nun offiziell PBY-1 Catalina genannte Flugboot umfasste auch den Einbau von vier 7,62-Millimeter-MGs sowie eine Traglast von 907-Kilogramm-Bomben unter dem Flügel. Der Regierungsauftrag machte dann sogar den Umzug der Firmenzentrale und der Produktionsstätten ins über 3200 Kilometer entfernte San Diego in Südkalifornien nötig. Die Einweihung des neuen Werks wurde mit einem Rekord gefeiert: Die XP3Y flog 5633 Kilometer direkt nach San Francisco, um wenige Tage später weiterzufliegen und bei der Eröffnung des Werks dabei zu sein. Bei den ersten gebauten Versionen handelte es sich um reine Flugboote.

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Die großen Kuppeln an beiden Rumpfseiten boten perfekte Bedingungen für Beobachter und MG-Schützen.

Produktionszahlen stiegen

Erst am 22. November 1939 flog Consolidated eine mit einziehbarem Bugrad zur YPBY-5A umgerüstete PBY-4. Auch durch die Ergänzung des modernen Fahrwerks wurde die Catalina zum Bestseller. Die letzten 33 PBY-5 baute man zur A-Version um. Im November 1940 wurden dann weitere 134 5-A geordert. Die Produktionszahlen stiegen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nochmals deutlich. Besonders im Pazifikkrieg kam die Catalina zum Einsatz: Vor dem Überfall auf Pearl Harbor entdeckte tatsächlich die Besatzung einer PBY die japanischen Angreifer zuerst.

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Die Catalina konnte bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben – perfekt für Seepatrouillen.

Viele Exportkunden

Insgesamt wurden bis zum Ende der Produktion 3272 PBY Catalinas in unterschiedlichen Versionen gebaut: 1854 Flugboote und 1418 Amphibienflugzeuge. Consolidated konnte den Markt für die PBY sogar noch ausbauen und fand viele Exportkunden, darunter Kanada, Australien, Frankreich und Niederländisch-Ostindien. Canadian Vickers baute sogar 380 Maschinen des Typs PBY-5A als OBV-1A in Lizenz. Auch in der Sowjetunion kamen Catalinas im Rahmen des Lend-Lease-Programms zum Einsatz und flogen dort bis in die 1950er Jahre. In den USA endete die militärische Karriere der PBY bei der Air Force 1953, bei der US Navy erst 1957. Viele Maschinen fanden aber auch danach noch Verwendung: als Löschflugzeuge.