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Lucio Perinotto

Mit der Mustang ins Gefecht - mit der Fw 190 zurück?

Einsatzbericht Mit der Mustang ins Gefecht - mit der Fw 190 zurück?

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Hin und wieder stößt man bei der Recherche für neue Geschichten auf haarsträubende Ereignisse, die sich meist im Zweiten Weltkrieg abgespielt haben. So auch die Story des US-Piloten Bruce Carr, der mit einer Mustang losflog und mit einer Fw 190 wiederkam. Angeblich!

Bruce Carr war P-51-Pilot bei der 354th Fighter Group, die zum Zeitpunkt des folgenden Abenteuers in Frankreich stationiert war. Während einer Mission über der Tschechoslowakei im Oktober 1944 wurde Carr in seiner Mustang "Angels Playmate" von Flak getroffen und musste aussteigen. Nach Tagen des Versteckens vor den deutschen Truppen entschied der frierende, hungrige und erschöpfte Carr, dass es besser sei, sich der Luftwaffe zu stellen, als das Risiko einzugehen, von den Einheimischen gefangen genommen zu werden.

Im Cockpit des deutschen Jägers

Er wusste aus der umliegenden Flugaktivität, dass es in der Nähe einen deutschen Platz gab. Aus sicherer Entfernung beobachtete er in der Abenddämmerung zwei Warte, wie sie eine Fw 190 betankten und dann für die Nacht abdeckten. Sie stand ungeschützt und unbewacht relativ nah am Rand des Platzes. In diesem Moment kam neuer Mut in Carr auf und er wartete, bis die Dunkelheit hereingebrochen war, um dann auf das Gelände zu schleichen und es sich im Cockpit des deutschen Jägers gemütlich zu machen. Er machte sich mit den Instrumenten, deren Beschriftung er nicht lesen konnte, vertraut und fasste den Plan, die Maschine im Morgengrauen zu stehlen.

Bauchlandung

Gesagt, getan. Beim Anbruch des nächsten Tages startete er den Motor, rollte ohne Gegenwehr los und startete. In Baumwipfelhöhe flog Carr zurück hinter die eigenen Linien und fand sogar sein eigenes Flugfeld. Nachdem er das Fahrwerk eingefahren hatte, konnte er es nicht wieder ausfahren, und so musste er eine Bauchlandung hinlegen. Dies teilweise unter dem Feuer der eigenen Flugabwehr, denn das Funkgerät konnte er auch nicht bedienen oder sich sonst irgendwie verständlich machen. Er landete und wurde sofort von US-Soldaten umzingelt, bis sie ihn erkannten. Für seine haarsträubende Geschichte wurde er gebührend gefeiert.

Stimmt das wirklich?

Nun, wenn man dann etwas weiter recherchiert, findet man auch andere Stimmen, die sagen, dass Carr erst nach Kriegsende eine Fw 190 von Linz nach Ansbach geflogen hat und er dort eine Bauchlandung hinlegte. Dieses Ereignis ist sogar auf Film gebannt. Carr selbst hat die erste Fluchtgeschichte selbst wiedergegeben. Einige seiner damaligen Kameraden in der Staffel, die im besagten Oktober 1944 mit ihm geflogen sind, haben sie jedoch nicht bestätigt.