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Europas größtes Luftfahrtmuseum

Musée de l'Air et de l'Espace

10 Bilder

Das Musée de l’Air et de l’Espace in Paris ist eine Ikone in der Museumslandschaft. Kein anderes europäisches Museum bietet einen so umfangreichen Blick auf die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt.

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Der Standort dieses Museums könnte kaum besser gewählt sein: der Flughafen Le Bourget im Norden von Paris. Jener Ort, an dem Charles Lindbergh am 21. Mai 1927 nach seinem epochalen Atlantikflug von zehntausenden begeisterten Menschen empfangen wurde. Der historische Platz hat seine Bedeutung für Paris längst an den nur wenige Kilometer entfernten Großflughafen Charles de Gaulle abgetreten. Für luftfahrthistorisch Interessierte ist er aber wegen des Musée de l’Air et de l’Espace eines der lohnendsten Ziele in Europa.

Bereits 1919 gegründet, ist das Musée de l’Air et de l’Espace das wohl weltweit älteste Luftfahrtmuseum. Rund 300 Flugzeuge aus der Zeit von den Anfängen der Luftfahrt bis praktisch in die Gegenwart gehören zum Museumsbestand. Die meisten davon werden gezeigt. Einzigartig ist die umfangreiche Ausstellung von Flugapparaten bis 1914. Levasseur Antoinette, Santos Dumont Demoiselle, Wright Doppeldecker oder das geradezu skurril wirkende Wasserflugzeug Fabre Hydravion: Viele große Namen der Frühzeit der Luftfahrt sind hier versammelt. An vielen Exponaten lässt sich sehr schön erkennen, wie die Pioniere jener Zeit mit zum Teil kühnen Ideen extrem leichte Fluggeräte verwirklichten.

Die sprunghafte Entwicklung der Flugtechnik im Ersten Weltkrieg macht die große Abteilung der Flugzeuge bis 1918 deutlich. Wer aufmerksam durch die Ausstellung geht, erkennt schnell, wie filigrane, langsame Doppeldecker in rasant kurzer Zeit zu recht agilen Kampfflugzeugen weiterentwickelt wurden. Nieuport, Spad, Sopwith Camel und andere zeigen diesen Fortschritt sehr deutlich. Die Fokker D.VII und die Junkers J.9, die als freitragender Metall-Tiefdecker als Vorbote einer neuen Ära der Flugzeugbautechnik steht, markieren die Höhepunkte dieser Epoche.

In teilweise provisorischen Hallen hinter dem Hauptgebäude wird die flugtechnische Entwicklung der 30er und 40er Jahre gezeigt. Für Besucher aus Deutschland sind sicher die ausgestellte Focke-Wulf Fw 190 oder auch der „Volksjäger“ Heinkel He 162 Höhepunkte in dieser Abteilung.

Concorde bis Potez vertreten

Natürlich darf die Krone des französisch-britischen Flugzeugbaus, die Concorde, in diesem Museum nicht fehlen. Gleich zwei Exemplare stehen in einer eigenen Halle. Der erste Concorde-Prototyp, der 1969 erstmals flog, befindet sich bereits seit 1973 in der Ausstellung. Neben ihm steht mit der FBTSD, die 2003 aus dem Dienst genommen wurde, eines der Serienflugzeuge. Sehr schön kann man im direkten Vergleich einige Unterschiede, unter anderem auch am Flügel zwischen dem Prototypen- und dem Serienstadium ausmachen.

Großen Raum nimmt die Ausstellung ziviler Flugzeuge der 20er und 30er Jahre ein. Obwohl der Schwerpunkt natürlich auf französischen Entwicklungen liegt, findet man hier, vor allem im Segelflugbereich, ebenfalls einige deutsche Konstruktionen, angefangen vom Schulgleiter SG 38 über die Olympia Meise bis zum DFS Habicht. Ein Highlight ist die Präsentation des Doppeldeckers Potez 25 ohne Bespannung und Verkleidungen, die einen guten Eindruck von dessen Aufbau vermittelt.

Die Freunde der besonders experimentierfreudigen Ära der 40er und 50er Jahre finden in einer weiteren Halle viele Glanzstücke aus dieser Zeit. Hier steht man zum Beispiel vor dem geradezu utopisch wirkenden Staustrahlflugzeug Leduc 010, der Nord 1500 Griffon mit ihrem gewaltigen Lufteinlauf und anderen Experimentaljets. Aber auch in Serie produzierte Strahlflugzeuge der frühen und nachfolgenden Generationen sind hier zu sehen. Jeden Ausstellungsteil dieses durch sein breites Themenspektrum beeindruckenden Museums hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Praktisch jede Epoche der Luft- und Raumfahrt ist in der Ausstellung vertreten. Auch für jene, die auf der Suche nach historischen Originaldokumenten oder Fotos zu bestimmten Flugzeugen oder Ereignissen der Luft- und Raumfahrtgeschichte sind, bietet das Museum Möglichkeiten. Das sehr umfangreiche Archiv kann allerdings nur nach Voranmeldung genutzt werden.

Das Musée de l’Air et de l’Espace am Flughafen Le Bourget ist sicherlich eine der größten luftfahrthistorischen Schatztruhen. Etwas getrübt wird der tolle Eindruck der meist sehr guten Präsentation durch die deutliche Staubschicht, die zumindest bei unserem Besuch viele der schwer zugänglich aufgehängten Exponate bedeckte. Zu den positiven Tatsachen zählt dagegen, dass der Besuch dieser riesigen Ausstellung kostenlos ist. Das Museum will nicht nur Experten anlocken, es will auch ein Ziel für Familienausflüge sein. So begeistert man ein breites Publikum für die Geschichte der Luftfahrt.

Museumsinfo

Info: Musée de l‘Air et de l’Espace

Adresse: Aéroport de Paris – Le Bourget, Frankreich
Öffnungszeiten: Vom 1. April bis 30. September: dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr, zwischen dem 1. Oktober und 31. März: jeweils nur bis 17 Uhr. Montags, am 25. Dezember und 1. Januar geschlossen.
Eintritt: frei
Fotoerlaubnis: ja
Internet: www.museeairespace.fr

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 05/2011

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