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FHCAM

Flying Heritage & Combat Armor Museum

Original Messerschmitt Me 262 mit neuer Lackierung

Am 8. Mai 2019, 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, hat das Flying Heritage & Combat Armor Museum seine flugfähige originale Messerschmitt Me 262 erstmals öffentlich vorgestellt. Die Lackierung entspricht dem Tarnschema von 1945.

Am Mittwoch, den 8. Mai 2019, hat das Flying Heritage & Combat Armor Museum (FHCAM) die Lackierung seines mit großer Spannung erwarteten Me 262 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Me 262 wurde bereits vor 2002 durch das Museum in Seattle erworben, doch wie bei allen Restaurierungen der Sammlung ist bis heute nur wenig an die Öffentlichkeit gelangt. Bei der Maschine handelt es sich um die einzige weltweit fliegende, der Erstflug ist für Ende des Jahres geplant, Messerschmitt Me 262. Es handelt sich nicht nur um eine originale Zelle, sondern auch die beiden Jumo-Triebwerke wurden aufwendig restauriert und flugfähig gemacht.

Lackierung der letzten Kriegstage

Die gewählte Lackierung entspricht laut Angaben des Museums dem Aussehen der Maschine als sie erbeutet wurde. Wie auch die Focke-Wulf 190 D-13, hat die 262 eine graue Grundierung auf die in zwei Grüntönen Schlangenlinien aufgebracht wurden. Diese Linien sorgen für den ungewöhnlichen Look des Jets. Hinzu kommen, wie bei vielen Mustern 1945 üblich, unlackierte Motorabdeckungen und Teile von anderen Flugzeugen. Auf der Facebookseite des Museum berichtet Technikchef Jason Muszala über die Lackierung.

Die Restaurierung ist bald abgeschlossen und die ersten Rolltests sollen Ende Juli abgeschlossen sein. Danach wird die Maschine zum Moses Lake gebracht, um gegen Ende des Jahres dort zum erneuten Erstflug nach über 70 Jahren abzuheben.

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Die 262 des FHCAM

Nach Kriegsende fanden amerikanische GIs die Maschine in der A-1a/U3-Konfiguration auf. Diese beinhaltete eine veränderte Nase, die sich klar von der der Jägervariante unterschied. Die 30-mm-Bewaffnung war durch zwei R6-50/30-Kameras im Bug ersetzt worden. Dies brachte einen weiteren Geschwindigkeitsvorteil für die unbewaffneten Aufklärer gegenüber den Alliierten-Jagdflugzeugen. Die großen Filmkisten für die Kameras ragten über den stromlinienförmigenNasenkegel hinaus und erforderten zwei ausgeprägte Blasen auf beiden Seiten der Flugzeugnase. Diese Modifikation wurde während des Krieges meist in Eger (heute Cheb) durchgeführt. In Lechfeld beschlagnahmte die 54. Air Disarmament Squadron (ADS) der US Army das vollständig erhaltene Flugzeug mit der Werknummer 500453. Die alten Hoheitszeichen wurden übermalt, und sie erhielt den Spitznamen „Connie the Sharp Article“. Erzählungen nach war dies der Name von ADS Master Sergeant H.L. Preston. Später wurde die Me für den Flug nach Frankreich vorbereitet und erhielt einen neuen Namen. Lieutenant Roy Brown von der 86th Fighter Group, der sie überführen sollte, taufte sie „Pick II“, da seine P-47 bereits „Pick“ heiß. Sie bekam außerdem die Nummer 444 von der Air Technical Intelligence (ATI) zugewiesen, die mit der Beschaffung interessanter feindlicher Technik beauftragt war.

Die Überführung nach Melun, südöstlich von Paris, erfolgte nonstop. Von dort ging es auf der Straße weiter zum Hafen von Cherbourg. Dort wurden alle Beutemaschinen, die als wertvoll erachtet wurden, auf das„HMS Reaper“ verladen. So starteten am 19. Juli 1945 insgesamt 41 Flugzeuge auf dem Seeweg in die USA. Übrigens stand auch die Focke-Wulf Fw 190 D-13 mit auf dem Deck. In den Vereinigten Staaten angekommen, wurden die Flugzeuge zwischen Navy und Army Air Forces(Vorläufer der US Air Force) aufgeteilt, und so gelangte „Pick II“ zum Freeman Field in Indiana, wo ausgiebige Tests erfolgten. Ihre neue Bezeichnung war FE-4012, wobei FE für Foreign Equipment (ausländische Ausrüstung) stand. Es war der leitende Offizier Colonel Harold Watson selbst, der die „Pick II“ zum Freeman Field überführte. Watsons Einheit war als „Watson Whizzers“ bekannt. Dort angekommen, erhielt sie einen anderen Bug. Von der FE-111, die heute im National Air and Space Museum steht, wurde die Jäger-Nase demontiert und an die FE-4012 gebaut. Zusätzlich bekam sie eine neue Lackierung, um sie für die Vergleichsflüge mit der Lockheed P-80 Shooting Star gut aussehen zu lassen.

Am 17. Mai 1946 flog Colonel Watson sie zum Beginn der Versuchsserie nach Patterson Field. Dort und auf dem nahe gelegenen Wright Field war sie bis August 1946für acht Testflüge 4 Stunden und 40 Minuten in der Luft. Die Flugversuche wurden eingestellt, nachdem vier Motorenwechsel im Laufe der Tests vorgenommen werden mussten.

Im Jahr 2002 konnte die damals noch als „Flying Heritage Collection“ bekannte Sammlung die 262 zusammen mit einer nicht restaurierten Mitsubishi A6M5-52 Zero von Edward Maloney erwerben. Vulcan Warbirds, eine Firma Paul Allens, die für den An-, Verkauf und Registrierung der Maschinen der Sammlung zuständig ist, registrierte den Jäger als N94503. Die Restaurierung wurde bei JME Aviation Ltd. in Großbritannien gestartet, dann von GossHawk Unlimited in Arizona fortgeführt und nun von Morgan Aviation in Arlington beendet.

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Die originalen Jumo-004-Turbinen wurden von Aero Turbine in Stockton, Kalifornien, komplett neu angefertigt und mit modernster Technik zum Laufen gebracht. Wenn man bedenkt, dass die Triebwerke nur für 10 bis 25 Betriebsstunden ausgelegt waren, ein vermutlich teurer Spaß. Zahlen zu den Kosten für die beiden Triebwerke sind nicht bekannt. Im Februar 2015 konnten sie erstmals wieder gezündet und im Anschluss zertifiziert werden. Das erste Triebwerk wurde im Sommer 2018 an den fertiggestellten Rumpf der Me 262 montiert, auf das zweite wird noch gewartet.

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