Heinkel und Potez CM 191
Versuch eines Business Jets

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Mit der Entwicklung der CM 191 hofften Heinkel und Potez nach dem Krieg, auf dem zivilen Flugzeugmarkt wieder Fuß fassen zu können. Doch die Hoffnungen, die in dem Gemeinschaftsprojekt steckten, konnten nicht erfüllt werden.

Versuch eines Business Jets
Foto: KL-Dokumentation

Mitte der 1950er-Jahre begannen Henry Potez und Ernst Heinkel in ihren Firmen mit der Konzipierung eines strahlgetriebenen Viersitzers, der nicht nur für Geschäftsreisen und militärische Aufgaben, sondern auch für den solventen Privatflieger geeignet sein sollte. Als Grundlage nutzten sie den Erfolgsentwurf der Fouga Magister. Dadurch sollte nicht nur die Ersatzteilversorgung gesichert sein, sondern auch in Sachen Flugeigenschaften sollte die CM 191 der Fouga Magister in nichts nachstehen.

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Erster Nachkriegs-Business-Jet

Geplant war, dass der Ganzmetall-Mitteldecker, mit den freitragenden Tragflächen und dem kombinierten Höhen- und Seitenleitwerk in V-Form, der erste Business-Jet nach dem Krieg werden sollte, das Zeug dazu hatte er allemal. Heinkel und Potez, die nach dem Krieg wieder an alte Erfolge anknüpfen wollten, hofften zunächst von ihrem Gemeinschaftsprojekt rund 100 Exemplare verkaufen zu können, doch die Realität holte sie schnell ein.

KL-Dokumentation
Mit den übernommenen erprobten Flugeigenschaften der Fouga Magister, hätten die Einsatzmöglichkeiten im zivilen Bereich vielseitig sein können. So planten die Konstrukteure die Nutzung als Geschäftsreise-, Zubringer- oder Sportflugzeug.

Keine Serienproduktion

Die D-9504 war das erste von insgesamt nur zwei gebauten Exemplaren. Der Erstflug der CM191, die vielleicht 870 000 Mark kosten sollte, erfolgte 1962 in Toulouse. Im Cockpit saßen die beiden erfahrenen Testpiloten Jacques Grangette und P.Caneill. Doch die guten Flugeigenschaften, die gesicherte Ersatzteilversorgung und die vielversprechenden Leistungen halfen nicht. Ohne Militäraufträge als Basis ging das Muster nie in Serie. 1978 wurden beide Exemplare in die USA verkauft. Bis heute haben sie überlebt. Während das eine, immer noch in den USA, als N8015Q gemeldet ist, hängt das andere restauriert mittlerweile im Technikmuseum Speyer.

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