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Himmelsräuber

Douglas A-1 Skyraider

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Als letztes trägertaugliches US-Großserienflugzeug mit Kolbenmotor genießt die Douglas Skyraider heute Kultstatus. Anders als ihre schlankeren Schwestern aus dem Zweiten Weltkrieg wurde die Skyraider noch jahrzehntelang als echter Warbird eingesetzt. Die geräumige Skyraider wird heute auch als Reiseflugzeug von wohlhabenden Sammlern genutzt. Knapp 20 Skyraider gelten noch als flugfähig.

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Der Sturzkampfbomber und Erdkämpfer Douglas AD Skyraider (Himmelsräuber) war das stärkste in Großserie gebaute einmotorige Trägerflugzeug der US Navy. Der aus der Boeing B-29 bekannte, mächtige 18-Zylinder-Sternmotor Wright R-3350-26B als Antrieb verhalf dem voluminösen Einsitzer zu enormer Waffenzuladung und Ausdauer.

Damit war die noch auf eine Ausschreibung aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgehende Skyraider der Gipfel des Trägerflugzeugbaus mit Sternmotoren. Mit 3180 gebauten Flugzeugen bis 1957 und bei erfolgreichen Einsätzen im Korea-, Algerien- und Vietnamkrieg bewies der zunächst einsitzige Tiefdecker seine erstaunlichen Fähigkeiten und seine Vielseitigkeit. Es gab acht Versionen und 37 Unterbauarten, darunter sogar ein Träger-Atombomber AD-4B.

In nur einer Nacht hatten Douglas-Chefingenieur Ed Heinemann, Chefkonstrukteur Leo Devlin und Chefaerodynamiker Gene Root Anfang 1944 die Skyraider als Sturzkampfbomber konzipiert, nachdem sie mit der älteren Douglas  BTD-1 gegen härteste Konkurrenz bei einem Navy-Großauftrag zu scheitern drohten. Die erste XBT2D-1 (Seriennummer 1913, Navy BuNo 09085) startete am 18. März 1945 mit LaVerne Brown am Steuer. Nach nur fünf Wochen konnte die Flugerprobung, ohne größere Schwächen aufzudecken, abgeschlossen werden. Im November 1946 flog das erste Serienflugzeug.
Ihre Feuertaufe erlebte die Skyraider im Koreakrieg als zweisitzige und gestreckte AD-5. Hauptsächlich diente sie als Erdkämpfer, konnte aber nach schneller Umrüstung auch vier liegende Verwundete im Rumpf, vier sitzende Reisende oder zwölf Soldaten auf Stoffbänken befördern. Bis zu 6,7 Tonnen Waffenlast passten unter die Flügel. Damit stellte die Skyraider 1953 in Dallas sogar einen Weltrekord auf.

Trotz oder gerade wegen ihrer geringen Reisegeschwindigkeit bildete die sehr wendige und kraftvolle Skyraider eine gute Ergänzung zu den frühen Düsenjägern mit ihrer oft nur kurzen Reichweite und Flugdauer. Auch bot die Skyraider viel Platz für klobige und schwere Ausrüstung, wie Radar-, Stör- und Aufklärungsgeräte.

Im Vietnamkrieg nahm die Skyraider mit den Spitznamen „Sandy“ oder „Spad“ (nach dem französischen Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg) auch an zahlreichen Rettungseinsätzen für abgeschossene Piloten teil. Dabei hielten Skyraider den einschwebenden Rettungshubschraubern über der Absturzstelle den Rücken frei und bekämpften Angreifer am Boden. Zu den auswärtigen Betreibern der Skyraider gehörten Großbritannien (Skyraider AEW), Frankreich, Kambodscha, Südvietnam, Schweden (als Zielschlepper), Gabun, Tschad und die Zentralafrikanische Republik

Flugfähige Exemplare

Skyraider A-1E/ AD-5, 132683, N39147 

Diese Skyraider soll nach dem Ende des Vietnamkrieges 1975 in Thailand stehengeblieben sein, von wo aus das Flugzeug in den Lagerbestand des USAF-Museums auf der March Air Base in den USA gelangt sein soll. 1997 erfolgte eine flugfähige Restaurierung, die im Sommer 1998 in einer Neulackierung in den Farben der Luftwaffe Südvietnams (Bordnummer 683) gipfelte. Beim Reno Air Race 1998 zeigte sich die Skyraider erstmals wieder in alter Pracht.

Seit dem Juni 2011 weist das amtliche US-Flugzeugregister der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA das Unternehmen „Pissed Away N39147 LLC" aus Bellevue bei Seattle als neuen Eigentümer des zuletzt Danny Summers gehörenden Flugzeugs aus. Damit wäre nun der Flugzeugsammler und Pilot Jim Slattery neuer Eigner. Slattery ist dabei, eine flugfähige Sammlung historischer Marineflugzeuge aufzubauen. Sein  „The Greatest Generation Naval Museum" soll binnen Jahresfrist eröffnen und an die Leistungen der US-Marineflieger im Zweiten Weltkrieg erinnern. Slattery gehören unter anderem schon eine Waco UPF-7, Grumman HU-16B, Grumman F3F und Grumman SBD.

Skyraider AD-4N(A), NX965AD, N 085, TC 96

Diese 1952 gebaute Skyraider gehört dem Heritage Flight Museum in San Juan, USA. Das in Bellingham im Nordwesten der USA beheimatete Flugzeug verfügt noch immer über das klassische Einmanncockpit, das für seine guten Sichtverhältnisse bekannt ist. Neuerdings trägt diese Skyraider mit der Seriennummer 7765 einen braun-grünen Tarnanstrich mit der Bugaufschrift „The proud American".

Skyraider AD-4N, N2088G

Diese 1952 gebaute Skyraider mit der Seriennummer 7735 und der ehemaligen Navy-Inventarnummer BuAer 126935  trägt das Tarnblau der US Marines. Obwohl das aktuelle US-Zivilregister diese Skyraider noch immer als „aktiv" vermerkt, wird man sie nicht wiedersehen. Am 8. März 2011 stürzte sie in den Sawtooth Mountains in Idaho bei schlechtem Wetter mit zwei Insassen ab. Dabei kam auch der Eigner Danny Summers, ein erfahrener Warbird-Pilot, ums Leben. Das Wrack wurde erst nach längerer Suche weitab des erwarteten Kurses gefunden.

Skyraider, A-1E, 32649

Das Museum der US Air Force in Dayton zeigt eine Skyraider, die von der USAF in Vietnam benutzt wurde. Seit Mai 1964 waren zweisitzige Skyraider mit der 1st Air Commando Squadron der USAF auf dem Fliegerhorst Bien Hoa stationiert. Mit dem Funkrufzeichen „Hobo" wurden sie für Spezialeinsätze verwendet, beispielsweise zum Absetzen von Fallschirmspringern, zur Entlaubung mit Chemikalien und zur Unterstützung von Kommandoaktionen gegen Nachschubwege im Dschungel. Dagegen wurde die in Dayton ausgestellte A-1E (Seriennummer 52-132649) von USAF-Major Bernard F. Fisher bei der Pilotenrettung gesteuert. Für einen besonders mutigen „Sandy"-Einsatz (Begleitschutz für Hubschrauber) unter schwerem Beschuss am 10. März 1966 erhielt Fisher sogar die Medal of Honor, den höchsten Orden der USA. Sein schwer beschädigtes Flugzeug wurde ab 1967 im Museum restauriert und danach ausgestellt.

Technische Daten

Douglas Skyraider

Einsatzgebiet: trägergestützter Sturzkampfbomber und U-Boot-Jäger
Besatzung: ein Pilot (spätere Versionen oft mit zusätzlichen Besatzungsmitgliedern, z. B. Radarbeobachtern und Elektronikoffizieren)
Antrieb: ein luftgekühlter 18-Zylinder-Sternmotor Wright R-3350-26B Cyclone mit 2088 kW/2840 PS
Länge: 12,22 m
Höhe: 4,83 m
Spannweite: 15,47 m
Leermasse: 5581 kg
max. Startmasse: 11 340 kg
Höchstgeschwindigkeit: 501 km/h in 5485 m Höhe
Reisegeschwindigkeit: 322 km/h
Steigrate: 11,6 m/s
Dienstgipfelhöhe: 7925 m
Reichweite: 1935 km mit Torpedo
Bewaffnung: MG-Behälter, Bomben und ungelenkte Raketen unter den Flügeln
(Angaben für die Version AD-5)

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 07/2011

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