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Hundert Jahre Junkers F 13

Das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt

Foto: Philipp Prinzing

Der Erstflug der Junkers F 13 markierte 1919 den Beginn einer neuen Luftfahrt-Ära: Als erstes Ganzmetall-Passagierflugzeug setzte der Entwurf des Luftfahrtpioniers Hugo Junkers weltweit Maßstäbe. Heute jährt sich das historische Ereignis zum 100. Mal – und wird gebührend gefeiert.

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Der Erste Weltkrieg war gerade vorbei, die ersten Luftschlachten der Geschichte geschlagen, da wandte sich in Dessau Hugo Junkers einer revolutionären Idee zu: In einer Zeit, in der Holz und Stoff die vorherrschenden Materialien im Flugzeugbau waren, hatte der gebürtige Rheinländer bereits einige Erfahrung mit Ganzmetallflugzeugen gesammelt. Diese Erfahrung sollte nun in einem Entwurf münden, der nichts Geringeres darstellte als eine Revolution im Flugzeugbau: Hugo Junkers gab seinem Chefkonstrukteur Otto Reuter den Auftrag, das weltweit erste Passagierflugzeug zu entwerfen, das komplett aus Metall bestand. Am 25. Juni 1919 wurde diese Vision Wirklichkeit – die Junkers F 13 hob auf dem Junkers-Werksgelände in Dessau zum ersten Mal vom Boden ab.

Ein Nachbau mit dem Flair des Originals

100 Jahre später erhebt sich die F 13 erneut in die Luft – und das, obwohl von den über 300 gebauten Maschinen kein einziges flugfähiges Originalexemplar in die Gegenwart gerettet werden konnte. Dem Unternehmer und ehemaligen Chef des Reisekoffer-Herstellers RIMOWA Dieter Morszeck ist es zu verdanken, dass die Junkers F 13 ein Jahrhundert nach dem Jungfernflug ihren Platz am Himmel zurückerobern konnte.

Seit 2013 verfolgte Morszeck den Plan, die F 13 nach Originalplänen flugfähig nachzubauen. Drei Jahre später war der Plan Wirklichkeit geworden: Am 15. September 2016 hob die „neue“, handgefertigte F 13 im schweizerischen Dübendorf zum Erstflug ab, 2018 erhielt sie die Musterzulassung. Puristen dürften sich vor allem am 450 PS starken Wasp Junior-Sternmotor von Pratt & Whitney stoßen, der statt des bekannten Reihen-Sechszylinders das Gesicht der Rimowa-F 13 prägt. Allerdings existierte auch von der originalen F 13 eine für den US-Markt bestimmte Exportversion mit Sternmotor: die Junkers-Larsen JL-6.

Hohe Hürden bis zum Ziel

Weitere Reminiszenzen an die Moderne: Das Fahrwerk verfügt nun über ein Bremssystem und statt des ursprünglichen Schleifsporns ziert ein Spornrad das Wellblech-Heck. Im – nach wie vor offenen – Cockpit zählen moderne Funkgeräte, Transponder und Motorensteuerungen zur Standardausstattung. Ansonsten jedoch trägt die F 13 unverkennbar die Charakterzüge ihres mittlerweile 100 Jahre alten Urahns.

Der Nachbau der Verkehrsflugzeuglegende stellte alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen: So galt es, längst vergessene Bauweisen und die Handhabung mit dem für die Junkers-Maschinen charakteristischen Wellblech wieder zu erlernen. Außerdem waren nicht zu allen Teilen und Baugruppen Zeichnzungen und Pläne aufzutreiben. Mit Hilfe von Lasertechnik wurde deshalb eines der wenigen erhaltenen Originale der F 13 exakt vermessen. Unter den Augen des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) gelang es den Ingenieuren und Flugzeugbauern so nach und nach, ein Stück Geschichte wieder lebendig zu machen.

Fliegen wie vor 100 Jahren: Rundflug in der F 13 mit Zeitzeuge Hans-Walter Bender

Feierstunde zum Hundertjährigen

Zum 100. Erstflug-Jubiläum kehrt die „neue“ F 13 in die Heimat ihrer Vorfahren zurück. Auf dem Flugplatz Dessau steigt zu Ehren von Hugo Junkers und seinem revolutionören Entwurf ein Flugplatzfest mit Demo-Flügen. Außerdem soll Hugo Junkers in einer offiziellen Feierstunde geehrt werden – und der Luftfahrtpionier erhält sein eigenes Denkmal: An der Dessauer Muldebrücke wird künftig das Junkers-Firmenlogo mit dem Ikarus von Weitem die Autofahrer grüßen – und von der glorreichen Zeit zeugen, die Dessau einst zur Wiege des modernen Verkehrsflugzeugbaus machten.

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