in Kooperation mit
Uwe Stohrer

Investorengruppe kauft HB-RSC

Schweizer Super Connie kommt nach Deutschland

Wird Europas letzte Super Constellation doch wieder abheben? Die Hoffnung darauf ist zumindest wieder neu entflammt: Eine deutsche Investorengruppe will das Flugzeug in den kommenden Jahren wieder flottmachen. Doch dafür muss die HB-RSC erst zerlegt werden.

Fast schien es, als sei das letzte Kapitel über die Schweizer Super Connie bereits geschrieben. Ende 2018 wurden am rechten Tragflächen-Vorderholm des historischen Airliners massive Korrosionsschäden entdeckt – um die Maschine wieder in die Luft zu bekommen, ist eine Reparatur unumgänglich. Doch eine solche kostet viel Zeit – und noch viel mehr Geld: 20 Millionen Schweizer Franken (18 Millionen Euro) wollte der Trägerverein, die Super Constellation Flyers Association (SCFA) bis Mitte April dafür zusammensammeln. Der Plan scheiterte, der Verein gab seine Auflösung bekannt. Und das Schicksal der HB-RSC „Star of Switzerland“ war damit unklarer denn je.

Vertrag kurz vor der Unterzeichnung

Nun erhält die Hoffnung auf eine Rückkehr der Super Connie an den Himmel jedoch neue Nahrung: Wie die SCFA in einem Rundschreiben mitteilt, hat eine deutsche Investorengruppe die Masschine samt Inventar rückwirkend zum 1. Juli gekauft und möchte sie im badischen Bremgarten wieder flugtüchtig machen. Über die genaue Identität dieser Investorengruppe ist bis dato nichts Genaueres bekannt, Insiderkreisen zufolge soll sie ursprünglich jedoch aus der Gastronomie stammen. Die SCFA führt aus, dass die Investoren bereits „mehrere flugfähige, historische Flugzeuge“ besäßen und freut sich, „mit dieser Lösung eine räumlich nahe Heimat für 'unsere Connie' gefunden“ zu haben. Der Vertrag soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden.

Roland Kern
Ein Ausblick, der vielleicht bald wieder möglich ist: In frühestens drei Jahren soll die Super Constellation wieder abheben können.

Schweizer sagen Unterstützung zu

Der neue Eigner der Super Constellation übernimmt nicht nur das Flugzeug, sondern auch alle Ersatzteile und Werkzeuge aus dem Fundus der SCFA. Damit der Oldie in seiner künftigen Heimat Bremgarten wieder auf Vordermann gebracht werden kann, muss er allerdings als Erstes demontiert werden. Aktuell steht die HB-RSC auf dem Flughafen Zürich und wartet dort auf bessere Zeiten. In den kommenden Wochen soll sie nun in Einzelteile zerlegt und anschließend an ihren neuen Bestimmungsort transportiert werden. Die Kosten hierfür trage ebenfalls die flugbegeisterte Investorengruppe, teilte die SCFA mit. Die Schweizer, die die Super Constellation seit 15 Jahren betrieben haben und in diesen Jahren viel Erfahrung mit dem Flugzeug sammeln konnten, wollen das Projekt auch künftig nach Kräften unterstützen: „Wir alle wünschen uns, den einmaligen Sound der vier 18-Doppel-Zylindermotoren 'unserer Connie' dereinst wieder über unseren Köpfen zu hören und das wohl schönste Verkehrsflugzeug der Kolbenmotor-Ära wieder in den Lüften bewundern zu können. Dafür haben wir den Investoren auch unsere Unterstützung – das Knowhow unserer Mechaniker, Piloten und Flight Engineers – zugesichert.“ Die Sanierung des eleganten Airliners soll etwa drei Jahre dauern.

Powered by
Zur Startseite
Klassiker Szene Commemorative Air Force Neuer Lack für die Wildcat

Die Grumman FM-2 Wildcat der Commemorative Air Force fliegt seit einigen...